Zum Ende ihrer über ein Jahr andauernden Welt-Tour zum dritten Studioalbum A Flash Flood of Colour machte die Electronicore/Trancecore-Band Enter Shikari auch in Köln Station. Auf dem schon lange im Vorfeld ausverkauften Konzert vom 22.01.13 in der Live Music Hall überzeugten die Briten mit ihrem ganz eigenem Sound und einem wahren Farbspektakel auf ganzer Linie. Als Support-Act warteten die kanadischen Cancer Bats mit einer soliden Leistung auf.

Cancer Bats heizen an

Pünktlich um 20 Uhr machten die Cancer Bats sich daran, die schon gut gefüllte Live Music Hall zu beschallen. Die schneidende Kälte des nächtlichen Köln war schlagartig vergessen und die Masse konnte sich warmpogen. Leider schien mir der Gesamtsound der Band nicht optimal abgemischt, denn Gitarre, Bass und Schlagzeug waren nicht klar getrennt, sondern bildeten eher eine Klangwolke.
Die grandiose Bühnenperformance von Sänger Liam Cormier aber motivierte dann doch Hartgesottene für die ersten Circle-Pits. Als die Band schon gegen 20.30 Uhr erstaunlicherweise mithalf, die Bühne abzubauen, war die Stimmung gut und jedermann im Publikum bereit für Enter Shikari.

Auf Händen getragen…

Pünktlich um 21 Uhr kündigt der elektronische Moderator an: „Here they come!“ und die Band des Abends betritt die Bühne. Die Fans sind selbstverständlich sehr textsicher und hätten Leadsänger Roughton „Rou“ Reynolds schon zum altbekannten World-Tour Intro-Song System…Meltdown gut und gerne das Mikrofon abgenommen.
Ein Highlight des Abends ist definitiv Rous Bühnenperformance, die sogar soweit geht, dass er nach 10 Sekunden Dunkelheit auf der Bar wieder auftaucht. Das Licht geht an, das Mikrofon am langen Kabel durch viele Hände und dann heißt es: Return To Energiser, definitiv eines der älteren Werke des Abends. Noch während des Songs „krault“ er zurück zur Bühne, die Menge trägt ihn (und selbstverständlich die gesamte Band) auf Händen. Fast akzentlos sagt Rou: „Danke, dass ihr mit uns geschwitzt habt.“

Gänsehaut

Bekanntlicherweise können die 4 Jungs aber auch etwas ruhiger und als Rou die Halb-akustische Gitarre auspackt, machen sich die ersten Fans bereit, Wunderkerzen zu entzünden. „The more I try to dry my hands the more sweat pours out“, entschuldigt er sich für den kleinen musiklosen Augenblick. Gap In The Fence wird angespielt und sorgt für Gänsehautfeeling. Licht und Duft der Wunderkerzen und der Gesang aus tausenden Kehlen wie aus einer tun ihr Übriges.
Doch so schnell wie die Stimmung aufgekommen ist, so schnell verfliegt sie wieder und die Jungs lassen uns noch einmal so richtig springen, bevor sie vor der obligatorischen Zugabe kurz die Bühne verlassen.
Diesmal erscheint aber zur Unterstützung ein Roady, um eine weitere Snare und ein weiteres Becken zu spielen, denn das Ende von Constellations, eine Art Aufbruchstimmung, braucht mehr Becken und Snare-drums, mehr Textur, wie Rou es in der Dokumentation Phenakistoscope erklärt.
Der letzte der drei Zugabensongs ist Zzzonked, ein finaler Paukenschlag, mit dem die Menge dann in die kalte Nacht entlassen wird.
Alle sind zufrieden, Gitarrist Liam „Rory“ Clewlow sogar derart, dass er sich auf der Gitarre surfend mit einem Purzelbaum verabschiedet.

Insgesamt konnte Enter Shikari wieder einmal bestätigen, dass sie in Kennerkreisen als sehr gute Live-Band gehandelt werden. Eine grandiose Lichtshow und eine tolle Bühnenperformance machen jetzt schon Lust auf ein nächstes Konzert. Auch die Interaktion mit dem Publikum hielt ich für insgesamt sehr lobenswert, vielleicht haben sie die Kritik vom Konzert in Wien verinnerlicht.

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Text: Max Keller
Bild: Yannick Becerra Vallejo