Böse Zungen neigen häufig zur Behauptung, dass Musikjournalisten eigentlich nur gescheiterte Musiker seien. Vor allem kursiert diese Behauptung dann, wenn gerade mal negativ über die eigene Lieblingsband geschrieben wird. Aber ob nun positiv oder negativ geschrieben: Als langjährigem Musikjournalisten, der unter anderem für die F.A.Z. und Spiegel Online geschrieben hat, kann man Eric Pfeil vielleicht vieles vorwerfen, aber sicherlich nicht, dass er ein gescheiterter Musiker sei. Davon überzeugen konnte man sich beispielsweise bei seinem Auftritt in der Hamburger Astra Stube.

Als Opener begegnet Lieblingszahl, das auch die dem Album seinen Titel gebende Zeile Ich hab mir noch nie viel aus dem Tag gemacht begegnet. Und schon jetzt hat man gemerkt, dass es wenig verwundert, dass beispielsweise Thees Uhlmann ein großer Fan von Eric Pfeil ist. Intelligent gemachte deutschsprachige Popmusik mit viel Gefühl in den Stücken, mit hochkarätigen Texten und auch gerne mal einem Augenzwinkern. Das melancholische Cowboys auf dem Mond zeigt das unter anderem gut, auch Leider nur Liebe kann das in seinem munter tapsenden Tempo belegen. Das ist dann auch der Titel, mit dem er sein Konzert bereits beenden möchte.

Denkste! Natürlich, auch wenn der Mann bisher nur ein Album veröffentlicht hat, für die Zugabe hat er sich noch einen in petto gehalten. Feiertagsfrau No. 35 & 36 beendete ein Set, das zu begeistern und zu berühren wusste. Es würde nicht wundern, wenn bei Eric Pfeil die Bühnen in naher Zukunft größer werden würden. Und so gemütlich die beschauliche Astra Stube auch sein mag: Man gönnt es Eric Pfeil einfach, schon bald größere Bühnen zu bespielen.

Setlist: Lieblingszahl, Reproduktion, Drachentöter, Der Mann der Venedig hieß, Cowboys auf dem Mond, Müde Marie, Arena, Soul (für Lucio Battisti), Die Liebe kennt den Weg, Antibiotika!, Süden, Leider nur Liebe
Zugabe: Feiertagsfrau No. 35 & 36

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Homepage: www.ericpfeil.com
Facebook: www.facebook.com/ericpfeilmusik

Text: Marius Meyer
Bild: Alfred Jansen