Namen sind Schall und Rauch. Das ist bekannt. Und wenn schon der Nachname an Leonard Cohen denken lässt, so ist man damit auch gleich mal völlig fehlgeleitet. Erik Cohen ist das Solo-Alter-Ego von Jack Letten, seines Zeichens Sänger von Smoke Blow. Einer, der mit seinem Solo-Schaffen noch in den Kinderschuhen steht, weshalb es zunächst auch erst einmal nur einen Auftritt gab. Zu dieser exklusiven Premiere im Hamburger Knust fanden sich an diesem Abend gut 300 Leute ein, die das auch nicht bereuen sollten. Trotz allem Minimalismus – bisher erst zwei YouTube-Videos, Album noch in der Ferne, keine Vorband – ließ es sich Erik Cohen nicht nehmen, hier um die 100 Minuten bester Rock-Unterhaltung zu zelebrieren.

Wie angekündigt, Punkt 21:30 Uhr: Licht aus, Bühne frei, hier ist Erik Cohen. Nach dem Intro Kreuz, das vom Band kam und dem treibenden Kosmonaut dann schon das Stück, das der erste Vorbote war und auch hier schon vielen im Gedächtnis hängenblieb: Chrom. Druckvoll mit Bass-Hookline, gekonnten Gitarrenriffs und eingängigem Gesang wird hier ein Rock-Kracher geboten, der sich hören lassen kann. Auch live eine Freude! Etwas, das man generell zur ersten Show von Erik Cohen sagen kann. Nach eigenen Angaben zwar nervös, verkauft er sich auch ohne Album auf dem Markt hier schon sehr teuer.

Zwar geht es auch nicht ganz ohne Smoke Blow, was personell Fabrizio am Schlagzeug und Greif Hellhammer am Bass in der Band und musikalisch Am Strand in der Setlist zeigen, aber insgesamt ist das hier doch schwer eigenständig, was es zu hören und erleben gibt. Stücke wie Treue Herzen, Omega Mann oder auch das Rheingold-Cover Dreiklangsdimensionen machen schlichtweg Lust auf mehr. Nach in etwa einer Stunde sollte das Riff-gewittrige Wölfe dann das Set beenden, das Material war schließlich aufgebraucht, der hinterlassene Eindruck durchweg gut. Aber der Wunsch nach mehr war deutlich vorhanden und wurde zum Ausdruck gebracht.

Kein Problem, wenn das Publikum feiern will, lässt Erik Cohen sich nicht bitten. Wenn keine Stücke mehr da sind, wiederholt man eben ein paar. Insgesamt fünf Stücke werden noch einmal gespielt. Chrom eröffnet somit den Zugabenblock, bis Wölfe dann analog zum eigentlichen Set auch die Zugabe und somit den Konzertabend beendet. Der erste Konzertabend von Erik Cohen war ein vielversprechender. Da kann man sich fast sicher sein, dass noch so einiges folgen wird. Starker Auftritt!

Setlist: Kreuz (Intro vom Band), Kosmonaut, Chrom, Kapitän, Am Strand (Smoke Blow), Treue Herzen, Bewegung, Stadt, Dirigent, Omega Mann, Segeln, Licht, Dreiklangsdimensionen (Rheingold), Wölfe
Zugabe: Chrom, Stadt, Kapitän, Treue Herzen, Wölfe

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News: Erik Cohen – am 15.03.2013 exklusiv in Hamburg

Facebook: www.facebook.com/erikcohenofficial

Text: Marius Meyer
Bild: Pressefreigabe