Die Metamorphose des Josh Tillman, dem Schlagzeuger der Folkband Fleet Foxes, zu einem Sänger, der unter dem Namen Father John Misty gerade alle begeistert, ist abgeschlossen. Man fragt sich, warum dieser extrovertierte Mann jahrelang hinter den Drums saß, während er im ausverkauften Kölner Luxor schon im Opener I love you, Honeybear mehr unterwegs ist, als manch andere Musiker während eines ganzen Konzertes. Man ist begeistert, wie viel Energie der bärtige Mann in seine Songs legen kann und wer auf die Texte hört, der spürt auch die ungeheure Ironie, die sich auch eines beißenden Zynismus gegen das amerikanische System, wie etwa in Bored in the USA, wo sich Father John Misty eines tolldreisten Tricks bedient.

Wie er sein Publikum mit eingespielten Lachern vom Band komplett verwirrt und das dann mit seinen übertriebenen Popstargesten garniert, das hat was und so schafft es der Sänger, den schmalen Grat zwischen sentimentalem Singer-Songwriter und gestenreichen Bewegungen, die das gängige Popstartum gewaltig und böse veralbert, eindrucksvoll zu beschreiten.

Aber wie dem auch sei, dieses Konzert, das von Anna B. Savage mit einer Gitarre als
einzigem Instrument und ihrer dunklen Stimme eröffnet wurde und so einen Kontrast zur fünfköpfigen Begleitband bietet, die Father John Misty unterstützt, ist klasse.

Ein insgesamt toller Abend, den man so intensiv lange nicht mehr erlebt hat.

Setlist: I love you Honeybear, Strange encounter, True affection, Only son of the ladiesman, When you´re smiling and astride me, The night Josh Tillman came to our Apt., I´m writing a novel, Chateau Lobby #4 (in C for two Virgins), Nancy from now on, Bored in the USA, Nothing good ever happens at the goddamn thirsty crow, This is Sally Hatchet, Hollywood Forever Cemetery sings, Funtimes in Babylon, Holy Shit, The ideal husband.
Zugabe: I went on the store one day, Everyman needs a companion

Homepage: www.fatherjohnmisty.com
Facebook: www.facebook.com/fatherjohnmisty

Text: Dennis Kresse (soundchecker.koeln)