Es ist kurz nach 20 Uhr, als der Host des heutigen Abends, Abba Lang, den der ein oder andere als Rapper kennt, den Support-Act von Flo Mega und den Ruffcats vorstellt, unter dem sich der ein oder andere Besucher nicht so viel vorstellen kann. Was soll das sein? Future Deutsche Welle und wer oder was ist diese Lary? Zu Frage 1: Future Deutsche Welle könnte der neue heiße Scheiß werden. Zu Frage 2: Lary ist eine hübsche Halbjamaikanerin, die mit ihrem Drummer William Russel als Elektro-Pop-Duo Lary ein wenig so klingt, als ob sich Cassandra Steen mit Gabi Delgado und Robert Görl von der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft zusammengetan hätten. Dass die Sängerin, die auch als Model arbeitet und damit auch schon den Spross von Boris Becker bezirzen konnte, eine starke Stimme hat, das ist dem Besucher spätestens nach dem Opener System klar.

Auch die anderen Songs wie Paris sorgen für anerkennende Reaktionen und das Cover der Rammstein-Nummer Engel ohne das berühmte „Lindemann-RRRR“ als Elektronummer lässt nicht nur DAF-Fans schwärmen. Nach diesem höchst vergnüglichen Opener ist es dann wieder Zeit für Abba Lang, der mit allerlei aus dem großen Buch des HipHops bekannten Animierspäßen für Stimmung sorgt, um den seiner Meinung nach „hardest working Man in Showbusiness“ auf die Bühne zu holen. Ok, ob man mit der Art Superlativen nicht ein wenig sparsamer umgehen kann, das soll jeder selbst entscheiden. Aber als sich dann Mr. Flo Mega und seine Ruffcats auf der Bühne des Gloria eingefunden haben, da wehte dann schon mehr als ein Hauch von James Brown oder Marvin Gaye über die Bühne.

Trotz schweren Infekts arbeitet sich der Soulman durch ein 2,5 Stunden Programm mit unzähligen Höhepunkten und verbindet dabei nicht nur Stücke seines Debütalbums Die wirklich wahren Dinge wie den Übersong DDR oder den Vizesieger des Bundesvision Song Contest Zurück, den die Fans fast alleine zelebrieren, sondern er stellt auch die Songs seines mit Spannung erwartenden neuen Albums Mann über Bord vor, das am 24. Januar 2014 erscheinen soll.

Dazwischen hält er gerne mal einen kleinen Schnack mit dem Publikum oder rezitiert „Die Kassierer“-Songs: Man hat ja Zeit. Natürlich ist Flo Mega auch immer noch Rapper und so werden auch mal Naughty by Nature oder Lauryn Hill zitiert.

Was beeindruckend ist, das ist die Tatsache, dass der gesundheitlich angeschlagene Flo Mega den Fans eine Show bietet, als gäbe es kein Morgen mehr. Da darf Lary nochmal ihre Nummer System performen, dieses Mal in einer amtlichen Ruffcats-Version, und auch Abba Lang beweist nochmal seine Fähigkeiten als Rapper.

Flo Mega hatte Alternativmusik.de in seinem Interview vor der Show versprochen, dass das Publikum genauso ausgepowert nach Hause gehen sollte wie er selbst und seine Band. Es ist ihm gelungen.

Homepage: www.flomega.de
Facebook: www.facebook.com/MrFloMega

Text: Dennis Kresse
Bilder: Robert Winter