Wenn man als Mensch, der eine gewisse Routine im Besuch von Konzerten mitbringt, ein Kribbeln und eine gewisse Nervosität spürt, dann kann das nur Gutes verheißen und einen ganz besonderen Abend ankündigen. Schon seit Wochen war diese Anspannung gepaart mit einer großen Vorfreude auf die Foo Fighters deutlich spürbar und diese gesammelte Energie entlud sich in einem enthusiastischen Aufschrei der Fans, als um kurz nach halb neun endlich der Vorhang mit den beiden FFs gelüftet wurde. Zuvor wurden die Zuseher schon vom Trombone Shorty bestens unterhalten. Es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen, einen Rhythm&Blues/Jazz-Posaunisten als Support für eine Rockband zu engagieren, aber Shorty, der schon mit so Größen wie U2, Green Day oder Lenny Kravitz musizierte, schaffte es, die Kölner zum Swingen zu bringen.

Was ganz anderes vor hatte Dave Grohl, der seit seinem Sturz in Schweden, der zu einem Beinbruch führte, sich im Krankenhaus eingipsen ließ, dann aber zum Konzert in Göteborg trotzdem heroisch zurückkehrte, um den Gig zu beenden… Aber wie er dieses Handicap nutzt, das macht ihm so schnell niemand nach. Mit einem an „Game of Thrones“ erinnernden und mechanisch betriebenen, fahrbaren Stuhl ist er mehr unterwegs, als der Bassist Nate Mendel, der zweieinhalb Stunden stoisch seine vier Saiten bearbeitet und das auf zwei gesunden Beinen.

Grohl ist eine Rampensau vor dem Herrn und es scheint, als ob es ihm Spaß macht, dieses Gefährt bis an das Ende des vor der Bühne errichteten Stegs zu manövrieren. Aber nicht nur optisch überzeugen die Foo Fighters, vor allem musikalisch, denn solche Mätzchen wie Pyroeffekte oder ähnliches haben die Jungs aus Seattle nicht nötig, sie bieten besten Rock ohne Schnörkel.

Die Setlist erinnert an ein Best Of mit Nummern wie Everlong, Monkey Wrench und Learn to fly, die als erstes gespielt werden und somit zu einem kollektiven Ausrasten des Publikums führen. Das Niveau behält die Band bei, die neben Dave Grohl und Bassist Nate Mendel noch aus Pat Smear, den eingefleischten Nirvana Fans noch von seinem Mitwirken am legendären Unplugged Konzert der Band her kennen und der genauso mit Sprechchören gefeiert wird wie Taylor Hawkins, der nicht nur an seinem pinken Schlagzeug perfekte Arbeit sondern bei der Bandvorstellung mit langgezogenen „Ohooos“ an den unvergessenen Queen Frontmann Freddie Mercury erinnert. Leadgitarrist Chris Shifflet und Tour-Keyboarder Rami Jaffee runden die Band ab.

21 Songs, die aus allen Schaffensperioden dieser Gruppe kommen, sorgen neben launigen Ansagen von Grohl für Hochstimmung. Egal ob es sich um Big Me aus dem ersten Album der Foo Fighters handelt oder um Something from nothing aus dem 2014 erschienen Album Sonic Highways.

Wer die Foo Fighters kennt, der weiß, dass sie es lieben zu covern und so kann man Drummer Taylor beim Singen der Pink Floyd Nummer In the flesh bewundern. Nach einem letzten Hit Best of you geht dann ein unglaublich intensives Konzert für Band und Zuschauer zu Ende.

Setlist: Everlong, Monkey wrench, Learn to fly, Something from nothing, The Pretender, Big me, Congregation, Walk, Cold Day in the Sun, My hero, Times like these, Breakout, Arlandia, This is a call, In the flesh (Pink Floyd Cover), Best of you

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Text: Dennis Kresse
Bild: Pressefreigabe