In Sachen Abgefahrenheit belegen Hanzel und Gretyl ja seit jeher Spitzenpositionen. Dass ihr sehr eigenwilliger Humor und ihr ganz eigener Umgang mit der deutschen Geschichte und der deutschen Sprache aber nach all den Jahren immer noch so viele Zuschauer anlockt, spricht für sich. Dieser ureigene Umgang mit der deutschen Sprache ist auch 20 Jahre nach der Bandgründung immer noch für diverse Lacher gut. Nebenher kommt dabei auch noch Musik herum, die zum Mitgehen animiert. Auch im Logo in Hamburg konnten die New Yorker Hanzel und Gretyl mit ihrer ureigenen Art und Weise begeistern. Das Gesamtpaket stimmt eben, das wurde auch hier wieder deutlich.

Nach dem Intro Fur immer steckte Unterstutzung 87 auch gleich die Marschrichtung ab. Irgendwo zwischen Metal und druckvollem Industrial Rock angesiedelt, rockte sich die Band durch den Abend. Auch Nummern wie Holy Shiza, das ausgeprochen sinnvoller klingt, als es geschrieben wirken mag, sorgten für einen veritablen Moshpit vor der Bühne. Kein Wunder – auch, wenn man den satirisch-parodistischen Anteil des Ganzen mal außen vor lässt, sind Stücke wie Number 1 in Deutschland druckvolle Nummern, die es unmöglich machen, einfach mal still vor der Bühne stehen zu bleiben.

Dann noch die Satire dazu und man erlebt einen gelungenen Abend. Allein ein Slogan wie More German Than German hat dabei einen großen Unterhaltungswert, wenn er im Anschluss an Third Reich from the Sun folgt. So spielte sich die Band durch einen abwechslungsreichen Abend mit Nummern wie Ich bin uber alles und dem herrlich absurden Das Boot, bevor Fukken uber Death Party den fast schon traditionellen Abschluss darstellte. Ein kurzweiliger Abend, den uns Hanzel und Gretyl hier bescherten. Mit dem Abschluss ließ sich dann gleich noch eine gute Nachricht verkünden: Das Outro, das dem Auftritt folgte, war ein Stück aus der kommenden Remix-CD, die am achten Oktober erscheinen soll. Ein Album, auf das viele schon gespannt warten dürften. Nach diesem Auftritt sowieso!

Setlist: Fur immer Intro, Stutze 87, Blitzkreigerz, Holy Shiza, Hammerzeit, Number 1 in D-Land, Fikk dich mit Fire, Disko Fire, Third Reich from the Sun, Metal Overture, Ich bin uber alles, Der Furor Remix, Komm zu uns, SS Death Star, Das Boot, Bierhaus Blood, I’m movin to D-Land, Fukken uber Death Party

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Text: Marius Meyer
Bild: Maike Paul