Einen größeren Zuspruch hätte man dem Mann schon gegönnt, als die großzügig geschätzten 40 Leute, die sich den Ex-Sänger der legendären Stranglers ansehen wollten. Aber die, die nicht dabei waren, haben was verpasst. Mit einem Best Of-Album seiner auch schon 25 Jahre andauernden Solokarriere, The Fall and rise of Hugh Cornwell, im Gepäck, die – wie er im Gespräch mit alternativmusik.de sagte – seine Plattenfirma selbstständig in Auftrag gab, was Hugh sehr erfreute, da er nur zum Covershooting ins Studio musste. Aber davon abgesehen gab Cornwell den kritischen alten Mann und spielte ein Konzert, das in zwei Hälften unterteilt war und diese beiden Hälften ergänzten sich hervorragend.

Den Anfang machten die Songs aus dem neuen Album, die von Hugh und seiner Begleitband, die aus einer Bassistin und einem Drummer besteht, trotz der verhältnismäßig kleinen Anzahl den Laden ordentlich unterhält. Man fragt sich, warum sich bei Mr. Cornwell nie mehr der ganz große Erfolg einstellen wollte, den er mit den Stranglers hatte. Obwohl man an Songs wie Break of dawn, First Bus to Babylon, Lay back on me Pal oder Cadiz durchaus Gefallen finden kann.

Nach einer Viertelstunde Pause dann aber die Songs, für die 90% der Leute ins MTC in der Kölner Südstadt eigentlich gekommen sind, der von Hugh launisch auf Death by Stranglers> angekündigte zweite Teil des Abends. Schlagartig wird einem wieder bewusst, was für tolle Songs die Band hatte, die als Stranglers auch noch regelmäßig touren.

Skin Deep, Golden Brown, Nice ‚N´ sleazy, Strange little girl und natürlich die bekannteste Nummer in Deutschland Always the sun sind auch 30 Jahre später noch wichtig.

Nach einem Zugabenblock geht dann ein gutes Konzert mit dem Mann, der seiner Ex-Band keine Träne nachweint, zu Ende.

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Text: Dennis Kresse
Bild: Tanja Schilling (Archivmaterial)