Die Zeiten, in denen Protestsänger mit Fusselbart und Wandergitarre ihre Parolen schmetterten, sind vorbei, heute macht man das moderner, aber die Wirkung ist die Gleiche. Mit Irie Révoltés, der Politband aus Heidelberg, trifft man auf zwei Dinge: erstens das politische Gewissen und zweitens eine prima Partyband, die eine Halle zum Beben bringt und das von den ersten Akkorden an. Mit ihrem unwiderstehlichen Mix aus Reggae, HipHop und leichten Punkeinflüssen machen die Herren, die auch auf Französisch ihre Parolen bestens vermitteln können, keine Gefangenen. Die neun Musiker um das Brüderpaar Mal Élevé und Carlito werden von Beginn enthusiastisch gefeiert und das geht über die volle Distanz so weiter.

Sie haben ja auch einiges zu sagen, die Unterstützer solcher Hilfsprojekte wie „Rollis für Afrika“ und „Viva con Agua“ und der Weg den sie sich gesucht haben, ist auch noch tanzbar und schafft Raum für publikumswirksame Interaktion, wie das Mitsingen der Parolen wie „Nazis Fuck off“ , was einem einigermaßen klar denkenden Individuum klar sein sollte. Aber auch die Pegida und die „Refugees Welcome“ stehen auf dem Zettel.

Musikalisch geht das ordentlich rund, wie die Iries auch auf ihrem jüngst erschienenen Album Irie Révoltés immer wieder beweisen und so ist es keine Überraschung, dass sich auch einige der Songs auf der Setlist des Abends befinden. Ruhe vor dem Sturm oder Stopper, um nur zwei zu nennen, aber das Hauptaugenmerk liegt auch bei den Iries auf den Schlachtgesängen und davon haben die Jungs einiges im Repertoire.

Mit Allez und der Nummer Antifaschist verwandeln sie die Live Music Hall in ein einzigen Hexenkessel und man kriegt dieses Alerta, Alerta, Antifascista auch auf dem Nachhauseweg nicht mehr aus dem Kopf.

Homepage: www.irie-revoltes.com
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Text: Dennis Kresse
Bild: Pressefreigabe