„30€ pro Ticket! Phahaha!“ lacht Nico im kurzen Spot der am Beginn des Konzertes gezeigt wird und schmeißt noch ein paar Scheine durch den Backstage bevor es auf die Bühne geht. Doch vermutlich könnte dieser Preis noch höher sein: Sowohl der Haupt- als auch der Zusatztermin im Palladium (welches 4.000 Leute fasst) waren in Windeseile ausverkauft und das galt genauso für viele andere Termine der Tour. Aber die Jungs von K.I.Z. können nicht nur Geld scheffeln, sie wissen auch, wie sie ihre Fans begeistern. Ob sie sich von Tausenden von Menschen als Götter verehren lassen oder ebendiese Menschen dazu bringen, lauthals „Wir sind Adolf Hitler“ zu schreien, immer wieder erweitern sie die Grenzen dessen, was man bringen kann, ohne auf den Index gesetzt zu werden.

Aber damit nicht genug: auf der Bühne inszenierte Geburten, in die Luft geschossene Geldscheine und immer wieder tolle Gäste sollte man bei den Berlinern auch erwarten. Audio88 & Yassin, die auf der aktuellen Tour als Warm-Up Act fungierten, spielten nicht nur eine top Show, in der sie ihren Standpunkt unter anderem mit ihrem neuesten Werk Schellen klarmachten, sondern kamen auch für das Feature Was Würde Manny Marc Tun? zu K.I.Z. auf die Bühne. Sie waren aber nicht die einzigen Gäste: Schon vor Beginn des Konzertes wurde gemunkelt, man habe ihn da oben auf dem Balkon gesehen – die Bestätigung kam dann, als Maxim „ein Kind eurer Stadt“ ankündigte und für den Titelsong und absoluten Hit des neuesten Albums Hurra Die Welt Geht Unter, den Frontmann von AnnenMayKantereit, Henning May, auf die Bühne brachte und er die ganze Halle zum Singen. Über Apokalypse und wie schön sie eigentlich ist.

Aber was wären die vier denn ohne Klassiker wie Ellenbogengesellschaft (Pogen), Neuruppin oder Spasst?. Nicht die Legenden, die unter anderem diese Songs noch auspackten und vor allem am Anfang des Konzertes für mehr Bewegung im Publikum sorgten als bei so manchem Rockkonzert. Es bleibt wohl sicher zu behaupten, dass kein anderer Deutscher Rap Act, ob Solo oder mit einer Gruppe, einen Auftritt von K.I.Z. toppen kann. Ihre Kunstfertigkeit in Selbstinszenierung bleibt unerreicht.

Allen denen, die für die aktuelle Tour keine Tickets mehr bekommen konnten seien sowohl die Zusatztermine im nächsten Jahr als auch die neuangekündigten Open-Air Konzerte der Rapper ans Herz gelegt. Aber seid schnell: Auch der erste Termin für 2016 ist bereits ausverkauft!

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Text: Alexander Mann