Mit Ketevan erschien in diesem Jahr ihr sechstes Album – und damit konnte an die bisherigen Erfolge angeknüpft werden. Sechstes Album, sechste Top-Ten-Platzierung in Deutschland. War sie zuletzt in Hamburg noch in der großen O2 World zu sehen, war der Rahmen für ihre Verhältnisse bei diesem Durchgang fast schon intim: 3.000 Zuschauer fasst der große Saal im CCH, von denen nur wenige am Ende noch freiblieben. Und man merkte schnell: Die Atmosphäre stimmt hier genau.

Pünktlich um 20:00 Uhr sollte es losgehen, zunächst einmal mit dem Vorprogramm. Mrs. Greenbird spielten eine knappe halbe Stunde und trafen hier auf ein Publikum, für das sie weitestgehend eine Neuentdeckung gewesen sein dürften, ist doch das durchschnittliche Katie Melua-Publikum nicht unbedingt Casting-Show-affin. Mit ihrer Ramones-Neuinterpretation Blitzkrieg Bop eröffneten sie ihren Auftritt und spielten Stücke aus ihrem Debüt-Album. Der balladeske Sound der Band kam gut an beim Publikum, Titel wie It will never rain roses mit seinem süßlich traurigen Klang konnten überzeugen, auch die Single Shooting stars & Fairy Tales blieb nicht außen vor. Ein sympathischer Auftritt, der den beiden Kölnern sicherlich einige neue Hörer eingebracht haben dürfte.

Setlist: Blitzkrieg Bop, One little Heart, After all, It will never rain roses, Shooting stars & Fairy Tales, Love makes you free

Um zehn vor neun dann aber Katie Melua, die hier gut den Raum füllte. Klang und Licht stimmten, die oft ruhigen Songs der Britin kamen hier bestens zur Geltung. Titel wie Diamonds are Forever oder auch Never Felt Less Like Dancing wurden vom Publikum dankend angenommen und es war erfreulich zu sehen, wie sehr die Zuschauer ihr an den Lippen hängen, auch wenn sie sich die ganz großen Hits lange aufspart. Selbst, wenn die Songs vom Titel her und auch von der Stimmung nicht unbedingt die fröhlichsten Geschichten sind, merkt man in ihren Ansagen immer wieder, dass Katie Melua alles andere als eine traurige Person ist.

Und es sind ja auch nicht alle Stücke so. Perfect Circle beispielsweise als fröhlich nach vorne tapsende Pop-Nummer, My Aphrodisiac Is You wiederum ist ein Liebeslied der schönsten Sorte. The Flood hingegen zeigt später im Set beeindruckend, wie raumfüllend die Musik ist und wie tonsicher Katie Melua auch live ist. Zum Schluss hin gibt es dann natürlich doch noch die großen Nummern. Man kann an diesem Abend ganz und gar nicht sagen, dass sehnsüchtig auf diese Nummern gewartet wurde, wie bereits erwähnt, wurde das Gesamtprogramm gut angenommen, aber der Applaus bei The Closest Thing To Crazy oder auch Nine Million Bycicles ist dann doch am größten.

Nach 90 Minuten ist dann mit I Cried For You Schluss und man hat als Zuschauer einen schönen Freitagabend erlebt, der mit einem gut ausgewählten Programm in der passenden Atmosphäre ein schönes Konzert beinhaltete.

Setlist (ohne Gewähr): Belfast (Penguins and Cats), Diamonds are Forever, On the Road Again (Canned Heat Cover), Love Is A Silent Thief, The Love I’m Frightened Of, Sailing Ships From Heaven, Never Felt Less Like Dancing, Idiot School, Perfect Circle, Shiver And Shake, Where Does the Ocean Go?, Spider’s Web, If The Lights Go Out, My Aphrodisiac Is You, Call Off The Search, I Never Fall, The Flood, The Closest Thing to Crazy, Nine Million Bicycles, Two Bare Feet, I Cried For You

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Konzertbericht: Katie Melua – 04.04.2011, Hamburg o2 World

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Text: Marius Meyer
Bilder: Pressefreigabe