Vor zwei Jahren besuchte Sie Hamburg noch zum Reeperbahn Festival, in diesem Jahr reiste sie kurz zuvor an. Mit neuem Album im Gepäck kam Ladi6 nach Hamburg, um im Turmzimmer des Uebel & Gefährlich ein Set mit neuen und alten Stücken zu spielen. Wenn man denn den Weg erst einmal hinter sich gebracht hatte: Der Lift war, laut Zettel des Uebel & Gefährlich, „erkältet“, sodass man die Treppe nehmen musste. Hatte man die fußgezählten ca. 130 Stufen hinter sich gebracht, wusste man aber auch bald, dass es sich gelohnt hat, die Strapazen auf sich zu nehmen.

Ist der HipHop-Anteil auf dem neuen Album stark dem Soul und dem R’n‘B gewichen, was der Ladi ja auch steht, präsentierte sie auf der Bühne, dass sie diese Leidenschaft dennoch nach wie vor lebt. Wenn sie z.B. Jazmine D.L. spielt, merkt man, dass sie nach wie vor gerne rappt und es auch keineswegs verlernt hat. Und sowieso: Trotz der zurückgegangenen HipHop-Anteile ist es ja keineswegs so, dass Ladi6 ihren Sound um 180° gedreht hätte. Schließlich waren Soul und R’n’B auch auf The Liberation Of… fest im Klang verankert. Neue Titel wie People Talking überzeugen das anwesende Publikum dann folglich auch genauso wie die Titel, die live bereits erprobter sind.

Ein gut gemischtes Publikum war es, das sich an diesem Abend im Turmzimmer einfand und einen gelungenen Konzertabend erlebte von einer Künstlerin, die sichtlich Spaß an ihrer Sache hatte und dies auch kundtat. Sie freute sich zudem drauf, nach der Show einfach mit den Leuten sich zu unterhalten und Präsenz zu zeigen. Sehr sympathisch, sehr gelungen und ein kurzweiliger Abend. Bleibt zu wünschen, dass sie beim nächsten Mal den Ballsaal füllt statt des gemütlichen Turmzimmers.

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Text und Bilder: Marius Meyer