Es war wie auf einer riesigen Geburtstagsfeier: Alle hatten sich lieb und die, die im Mittelpunkt stand, war die vermeintlich beste Freundin des zum Teil sehr jungen Publikums, was überwiegend aus weiblichen Fans bestand. Der männliche Teil, der sechs bis – Mitte-20-jährigen Fans hatte sich indes sofort in Lena verliebt. Aber wie sich Lena Meyer-Landrut die Herzen der Fans binnen weniger Minuten eroberte, das nötigt einem schon Respekt ab. Sie ist halt immer noch die nette junge Frau aus Hannover, die jetzt in Köln lebt, nie um einen frechen Spruch verlegen. Aber so charmant, dass ihr auch die älteren Semester, die vereinzelt in der Kölner Essigfabrik zu sehen waren, nie lange böse sein können.

Frech kommt halt weiter und so was wie Lena hat der deutschen Musik lange gefehlt. Punkt 20 Uhr und ohne Vorband ging‘s los und die immer fröhlich wirkende Lena startet voll durch und singt einige Up-Tempo-Nummern zum Warmwerden. Beachtlich ist, dass ihre von ihren Kritikern ständig als zu schwach bezeichnete Stimmer auch in Coverversionen wie Je Veux von Zaz oder Snow Patrols Life-ning voll zur Geltung kommt. Besonders beachtlich kann man das bei ihrem Mash-up des Grand Prix Titels 2011 Taken by a Stranger und dem von Soft Cell zum Hit gemachten Tainted Love hören.

Nach einem gut gemeinten, aber leider viel zu häufig gecoverten Hit me Baby One More Time von Britney Spears, die Älteren werden sich erinnern, endlich der Hit. Satellite wird von einem Chor der Glückseligkeit begleitet und auch wenn nicht jeder Ton genau sitzt, den eigentlichen Auftrag, perfekt zu unterhalten, den hat Lena voll erfüllt.

Setlist: To the moon, Pink Elefant, Mr. Arrow Key, Better news, Neon (lonely people), Not following, Who’d want to find love,Day to stay, Je veux, Bliss Bliss, Taken by a stranger/Tainted Love, A million and one, Good news, I just want your kiss, Rich girl, Stardust, Life-ning, ASAP, Hit me baby one more time, Satellite, Lille Kat, Goosebumps

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Text: Dennis Kresse
Bilder: Sandra Ludewig