Etikettenschwindel von feinstem! Erstens: Das Manchester Orchestra kommt gar nicht aus Manchester, sondern wurde in Atlanta/Georgia 2004 gegründet. Zweitens: Wer sich auf eine Symphonie gefreut hatte, der wurde enttäuscht. Nicht so die zahlreichen Fans des Indie Rocks, denn die kamen im ausverkauften Gebäude 9 voll auf ihre Kosten. Die Band hat einen derartig kreativen Output, dass sie im vergangenen Jahr mal eben gleich zwei Alben veröffentlichen, einmal Cope, wo man mit lauten Gitarren ein Post-Hardcore-Gewitter abzog, um dann im Anschluss mit Hope ein reines Akustik-Album mit exakt den gleichen Songs zu veröffentlichen. Kann man so machen, wie das die Band um Andy Hull praktiziert hat.

Mit ihren eingängigen Songs haben die Amis schon ab den ersten Klängen des Openers Pride vom Mean everything to nothing-Album aus dem Jahr 2009 fest im Griff und spielen sich in eine Art Rausch. Mal laut, mal leise, aber immer brillant arrangiert, sind die Songs der Band.

Dass sogar eine 70’s Hymne wie Escape – The Pina Collada Song von Rupert Holmes auf der Setlist steht, beweist das enorme Selbstverständnis des Manchester Orchestras. Hulls Stimme ist in Topform und nach einem weiteren Cover, dieses Mal von Willie Nelson The Party is over und einer Zugabe Where have you been von I’m like a virgin losing a child geht ein hervorragendes Konzert zu Ende.

Setlist: Pride, Top Notch, Shake it out, Pale black eye, Deer, Every stone, I’ve got friends, Escape (The Pina Collada Song-Rupert Holmes Cover), I can barely breathe, The Mansion, Colly strings, Everything to nothing, Simple Math, Cope, The Party’s over (Willie Nelson Cover)
Zugaben: Where have you been

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Twitter: www.twitter.com/manchesterorch

Text: Dennis Kresse
Bild: Andrew Thomas Lee/Big Hassle