Das ist ja immer so eine Sache mit den Helden der 80er. Oft genug schon ist man enttäuscht worden von den Darbietungen der Legenden. Die Gefahr bestand bei Marc Almond aber zu keiner Phase des Auftritts im feierwütigen Köln. Der Endfünfziger aus Southport/Lancashire schaffte es spielend, seine treuen Fans zu begeistern. Sein aktuelles Album The Velvet Tail erschien im März diesen Jahres und der Song Minotaur eröffnete ein Konzert, das geschickt zwischen den 1980ern und der Jetztzeit hin und hersprang ohne dabei zu nostalgisch zu erscheinen. Almond ist eine Rampensau und bezieht seine treuen Fans auch gerne mal ein, in die Klassiker wie Something’s gotten hold in my heart (eine Coverversion des Hits von Gene Pittney aus dem Jahr 1967), herzhaft miteinzustimmen.

Die Band, die Almond unterstützt, ist hervorragend und der Almond typische Pathos gefällt auch. Auch die Frage nach der Stimmfestigkeit des ehemaligen Soft Cell Sängers ist schnell geklärt: Zwar hat er in den hohen Tonlagen leichte Probleme, aber dafür hat er ja zwei Backgroundsängerinnen und eine Halle voll sangesfreudiger Domstädter. Auch der ehemalige Sigue Sigue Sputnik Gitarrist Neil X beweist, dass es auch ein Leben als Musiker nach dem One Hit Wonder seiner Band, die ihre 15 minutes of fame 1986 mit Love Missile F1-11 hatten, geben kann, in dem er Marc Almond den Kapellmeister gibt.

Der hat sichtlich Spaß an dem Konzert und kann sich ein breites Grinsen und fröhliches „Giggeln“ nicht verkneifen, die Stimmung bleibt auch trotz der noch nicht oft gehörten neuen Stücken wie der persönlichen Ballade The Velvet Tail in der er über seine Jugend erzählt, oben und als er dann mit Tears Run Rings kommt, gleicht das Bürgerhaus Stollwerck einem New Wave Club.

Natürlich dürfen auch die großen Hits von Soft Cell nicht zu kurz kommen und schon bei den ersten Takten von Tainted Love dreht der Saal kollektiv durch und mit dem wohl besten Song ein Konzert zu beenden, Say Hello, Wave Goodbye geht ein Abend zu Ende, der die alten und neuen Fans des Marc Almonds restlos begeistern konnte.

Setlist: Minotaur, Bad to me, The Stars we are, Burn bright, Something’s gotten hold on my heart, Variety, The dancing marquis, Darker times, Champagne, Black heart, The velvet trail, Scar, Black leather jacket, Demon lovers, Tears run rings, Meet me in my dreams, Brilliant creatures, Bedsitter, Soul inside
Zugabe: Gutterhearts, Tainted Love, Say Hello Wave Goodbye

Homepage: www.marcalmond.co.uk
Facebook: www.facebook.com/MarcAlmondOfficial
Twitter: www.twitter.com/MarcAlmond

Text: Dennis Kresse
Bild: Pressefreigabe