Erlebnisgastronomie ist das große Ding zurzeit. Dass es aber auch eine Runde entspannter geht, das beweist das Café Bo im Süden Kölns, indem es in lockeren Abständen immer wieder gute Acts in ein kleines Lokal holt. Nach Chuck Ragan, den man von Hot Water Music oder seinen Auftritten mit Gaslight Anthem oder Dave Hause und einigen anderen Acts kennt, durfte man sich auf den Auftritt von Michael Brunnock freuen, einen Singer-Songwriter aus Irland, der mittlerweile in New York ansässig ist. Dieser schaffte es, dass die Atmosphäre, die man in Köln-Süd im Sommer so hat, sich auch auf die, wie man sie in einem Pub auf der Grünen Insel Irland so findet, bestens umwandeln lässt – und das ist auch eine Leistung von Michael Brunnock.

Brunnock, den man in Deutschland vor allem durch sein Mitwirken am Soundtrack zum sehenswerten Film Cheyenne – This must be the place mit Sean Penn als alterndem Rockstar kennt, wo er unter der musikalischen Leitung von David Byrne (Talking Heads) und Will Oldham aka Bonnie Prince Billy, einige Tracks beisteuerte, ist in dieser Location bestens aufgehoben und überzeugt mit sentimentalen Songs, die er mit launigen Ansagen immer wieder auflockern kann.

Der Ire ist ein toller Geschichtenerzähler, der mit seiner charmanten Art punktet. Egal, ob er die Story erzählt, wie ihn Talking Heads-Mastermind Byrne auf dem Handy anrief und er vor Schreck beinahe in den Graben gefahren wäre oder die Einleitung zu Down by the Arraglin, wo sich Brunnock auf einen Stuhl stellt und A-cappella seinem Großvater Tribut zollt und damit ein ganzes Lokal zum ehrfürchtigen Schweigen bringt.

Auch das ist Irland, eine große Emotionalität, die fernab von den üblichen Klischees ist. Natürlich dürfen auch Coverversionen von Rihanna und U2 nicht fehlen, aber bei den Songs des Wahl-New Yorkers wirken die eher überflüssig.

Man verliert jedes Zeitgefühl und irgendwann geht ein sehr intimes Konzert dann doch zu Ende. Aber man verspricht wiederzukommen, entweder zur nächsten Veranstaltung oder um im Café Bo etwas zu essen oder zu trinken.

Homepage: www.michaelbrunnock.com
Facebook: www.facebook.com/pages/Michael-Brunnock/37012764319
Twitter: www.twitter.com/michaelbrunnock
Café Bo: www.cafebo-koeln.de // www.facebook.com/cafebokoeln

Text: Dennis Kresse
Bilder: Pressefreigabe (1), Café Bo (2), Katharina Frankrone (3)