Wenn es eine Band im Gothic Rock-Bereich gibt, die aktuell – salopp formuliert – steilgeht, dann ist es Mono Inc. 2011 erreichten sie mit Viva Hades noch Platz 50 in den Charts, was sie schon sehr freute, mit einer Platzierung in den Top Ten haben dann aber auch die kühnsten Optimisten bei After The War nicht gerechnet. Doch es gelang: Platz 6 wurde es am Ende. Die große Popularität dieser Band zeigte sich auch im Wilhelmshavener Pumpwerk, wo die Anhänger der Band in Scharen hinpilgerten.

Pünktlich um 21 Uhr ging dann auch das Licht aus, aber zunächst einmal betraten A Life [Divided] die Bühne und zeigten, dass Mono Inc. hier eine gute Wahl getroffen haben, wer sie begleiten soll. Druckvoller Gothic Rock mit Elektro-Einflüssen und dazu eine Band, die so gut wie nie stillstand, wurde hier in insgesamt acht Stücken geboten. Sänger Jürgen Plangger suchte beständig den Kontakt zum Publikum und bewies mit seiner Band, dass die vordergründig aus dem neuen Album The Great Escape ausgewählten Stücke auch live hervorragend funktionieren. Was auch funktioniert: Perpetual von VNV Nation in einer Rock-Version. Denn das spielten sie an diesem Abend und gaben dem eigentlich futurepoppigen Stück damit eine ganz neue Facette. Nachdem sie mit Heart on fire ihr Set beendeten, hatten sie hier in Wilhelmshaven zurecht eine Menge Sympathien gesammelt.

Setlist: Intro, The Lost, It ain’t good, Doesn’t count, Words, Perpetual, The last dance, Hey you, Heart on fire

Um 22 Uhr dann aber wirklich: Mono Inc. betraten die Bühne und eröffneten ihr optisches und akustisches Feuerwerk. Mit großflächiger Videoprojektion, guter Laune und einer starken Setlist im Gepäck war schnell ersichtlich, das shier in Wilhelmshaven eine große Party gefeiert werden sollte. Auch wenn es die Tour zu After The War war, wurde daraus eine Reise quer durch die Bandgeschichte. Zunächst erklang mit My worst enemy noch der Opener des aktuellen Albums, aber bereits die folgenden Symphony of pain (aus Viva Hades) und Gothic queen (aus Voices of Doom) zeigten bereits, dass das Publikum hier ein abwechslungsreiches Programm geboten kriegen soll.

Löblich war auch das Vorhaben der Band, auch denen etwas zu bieten, die bereits ein Konzert der Tour gesehen haben. So streuten sie selten gespielte Stücke ein wie Tired of the day, das nur auf der Revenge-EP erschienen ist und sich im Anschluss an das rockende Arabia als gute Ballade erwies. Apropos Ballade: Groß war auch das Erstaunen, als Martin Engler auf einmal in der Hallenmitte vor dem Mischpult an einem Piano saß und unter anderem In the end von dort aus als Piano-Version darbot. Nach dem Mischpult-Intermezzo gab es auf der Bühne bald das große Finale mit After the war, gefolgt von einem Drum-Solo der Schlagzeugerin Katha Mia.

Da geht noch was, wusste auch das Publikum und jubelte die Band zurück auf die Bühne. Die neue Single My deal with god wurde dargeboten, bevor der Cover-Evergreen Passenger gespielt wurde, der immer wieder für gute Stimmung sorgt. Noch besser wurde die Stimmung schlussendlich dadurch, dass A Life [Divided] noch einmal auf die Bühne kamen und Passenger tatkräftig unterstützen. Ein gelungener Abschluss eines durch und durch gelungenen Konzertabends im Pumpwerk!

Setlist: My worst enemy, Symphony of pain, Gothic queen, My Sick Mind TV, Euthanasia, Arabia, Tired of the day, Temple of the torn, If I Fail, From The Ashes, In my heart, In the end, Revenge, After the war (inkl. Drumsolo)
Zugabe: My deal with god, Passenger

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Vorbericht: Mono Inc. – Potsdam, Wilhelmshaven, Erfurt, Würzburg
Rezension: Mono Inc. – After The War

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Text und Bilder: Marius Meyer