Als die letzte Show für lange Zeit wurde sie angekündigt, diese Show, die den Tourabschluss von Naked Lunch darstellte. Statt in der Heimatstadt Klagenfurt zu spielen, wählte man sich die Arena Wien als Veranstaltungsort aus, die sich folglich auch als dieses Rahmens würdig erwies. Gut gefüllt war die bis zu 950 Gäste fassende Halle und die Stimmung war trotz des (temporären) Abschieds gut, sodass die Band von Anfang an wenige Probleme hatte, das Publikum für sich einzunehmen. Auf eine Vorband verzichtete man dabei gleich – warum das so ist, war schnell sichtbar: Der an einigen Stellen angeschlagene Zettel mit dem Verweis auf Stagetime und Ende wies bereits eine Spielzeit von zweieinhalb Stunden aus. Ein vollmundiges Versprechen, aber auch eines, das eingelöst wurde.

Man merkte, dass die Band sich im Ambiente der Arena wohlfühlte. Klar – in Deutschland war die Band nie über den Indie-Status hinausgekommen, in Österreich hingegen war 2013 mit All Is Fever gar ein Platz 5 drin. Kontinuität macht sich eben bezahlt und wie treu das Publikum ist, merkte man an diesem Abend gut. Dabei spielte die Band ein Best Of aus allen 25 Jahren und kombinierte dabei Dauerbrenner mit seltener gespielten Stücken sowie treibende Momente mit balladeskeren Momenten. Erfreulich dabei war, wie in sich geschlossen all das wirkt, obgleich die Bandgeschichte schon so lang ist und trotz zwischenzeitlicher Auszeit.

Dabei feierten Naked Lunch nicht allein, sondern holten sich auch Gäste mit an Bord. Mit dabei waren Martin Max Offenhuber von Kreisky, Bernhard Eder und Rene Mühlberger (Velojet), zudem auch Eva Jantschitsch von der Band Gustav, die halfen, diesen Abend zu einem ganz besonderen zu machen. Es war allen Beteiligten sichtlich ein Fest, sodass es wenig verwunderte, dass On A Sunny Day längst nicht das Ende sein sollte. Mit Closed Today, einer der wenigen Nummern, die man auch hierzulande besser kannte (den Zeiten von Viva Zwei sei Danke), wurden die Zugabenblöcke eröffnet, die noch einmal weitere sieben Stücke mit sich brachten.

Mit Shine On war dann Schluss. Zweieinhalb Stunden. Tatsächlich. Hoffentlich ist die Pause nicht zu lang, bis man die Band wieder auf den Bühnen sehen wird. Auch wenn dies dann leider ohne Stefan Deisenberger sein wird, der die Band verlässt. Aber auch ohne ihn dürfte dann weiterhin der Beweis angetreten werden, dass Naked Lunch hervorragende Live-Qualitäten haben.

Setlist: Keep It Hardcore, Suicide Butterfly, Town Full Of Dogs, 41, Country Girl, God, Super, Gimme Shelter, First Man On The Sun, In The Dark, The Deal, Military Of The Heart, Dreaming Hiroshima, Stay, Waterfall, On A Sunny Day
Zugabe 1: Closed Today, The Sun, Fight Club, The Funeral
Zugabe 2: Orange Dolphins, Marseille 2, Shine On

Homepage: www.nakedlunch.de
Facebook: www.facebook.com/pages/Naked-Lunch/79939775938

Text: Marius Meyer
Bilder: Ingo Pertramer