Einer schönen Tradition folgend ruft Justin Sullivan mit seiner New Model Army kurz vor Weihnachten zur Bescherung auf. So auch in diesem Jahr, wo sich New Model Army noch mehrere Gäste ins Palladium einluden, um mit denen und einer Menge Fans ein 4-stündiges Konzert zu geben, was höchsten Ansprüchen genügte. Um 19 Uhr ging es pünktlich los mit dem Auftritt von Bomb Whateva¿, einer Band aus Stuttgart, die mit ihrem Stoner Rock, der nicht von ungefähr an die Genre-Platzhirsche wie Kyuss, die Black Keys oder The Stooges erinnert und in ihrem 30 Minuten andauernden Auftritt das sich langsam füllende Palladium in Köln-Mülheim angenehm unterhalten konnten.

Danach gab‘s ein Wiedersehen mit einer Band aus England, die seit 35 Jahren ihren Mann steht und die – egal wo oder wie lange sie spielen – immer binnen kürzester Zeit aus jeder Halle einen Hexenkessel machen. The Levellers schafften es auch an diesem Abend mit ihrem unwiderstehlichen Mix aus Folk, Punk und Rock den feierunwilligen Kölner schier zum Ausrasten zu bringen. Ehrliche, handgemachte Musik stand klar im Vordergrund und bei Nummern wie dem Opener Warning, England my home oder dem The Clash-Cover English Civil War haben die Jungs um Frontmann Mark Chadwick wieder bewiesen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Dazu gehörte natürlich auch New Model Army nicht, die um kurz vor 22 Uhr den Zuhörer auf eine Reise durch ihr Werk mitnahmen und das taten sie beeindruckende zwei Stunden lang. Mit ihrem jüngsten Album Between Dog and Wolf im Gepäck und einer Menge ihrer Hymnen, die von den Fans begeistert mitgesungen wurden, machten Justin Sullivan und seine Mitstreiter hier mal wieder jedem klar, dass sie immer noch eine der wichtigsten britischen Independent-Bands sind und deren Texte noch immer sich mit dem ganzen Ungemach, der dem Blauen Planeten so droht, beschäftigen und deshalb immer noch wichtig sind.

Mit einer Mischung aus neuen Stücken wie Knievel, Stormclouds oder Did you make it safe, die auf Klassiker wie Vagabonds oder Vengeance oder Green and grey treffen, beweisen Ney Model Army erneut, was sie auch im 33. Jahr nach Gründung für eine Bühnenpräsenz an den Tag legen können. Danke für einen höchst vergnüglichen Abend!

Setlist: Stormclouds, No Rest, March in September, Did you make it safe, Pull the sun, The Hunt, I need more time, Get me out, Archway towers, Here comes the war, Knievel, Between Dog and wolf, Today is a good day, High, Vagabonds, Purity, Wonderfull way to go, Seven times, Lust for power, Vengeance, Ballad of Bodmin Phil, 225, Green and Grey

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Text: Dennis Kresse
Bilder: Pressefreigabe