Die New Model Army-Fans bekommen ihre Bescherung schon immer wenige Tage vor dem Heiligabend an einem Samstag. So geschah es auch in diesem Jahr, dass sich die zahlreichen Anhänger der Band, einer guten Tradition gehorchend, zum gemeinsamen „Weihnachtssingen“ in Köln trafen und das zum insgesamt 14. Mal. Im Palladiumin der Domstadt schaffen es Justin Sullivan und seine Mitstreiter, 2,5 Stunden beste Unterhaltung vor begeisterten Leuten zu bieten. Mit zwei Sets und einer Viertelstunde Pause dazwischen, beweisen New Model Army, dass sie auch 30 Jahre nach ihrem Debüt mit Vengeance noch zur Sperrspitze der internationalen Independent-Musik gezählt werden müssen.

Dass New Model Army auf den Weihnachtskonzerten illustre Gäste begrüßen können, das hat sich mittlerweile rumgesprochen und so durfte man sich, nachdem im letzten Jahr die Levellers einen tollen Eindruck gemacht hatten, in diesem Jahr auf eine weitere Legende freuen. Hugh Cornwell, Ex-Sänger der Stranglers machte mit seinen beiden Mitstreitern Station und nahm auf eine Zeitreise in die 70er und 80er mit, die allerlei Klassiker aus seinem Wirken enthielt. Geschickt verknüpft mit seinen Solotiteln wie Totem and Taboo wie auch sein letztes Soloalbum heißt oder In the dead of the night unterhielt Cornwell mit Evergreens des Indierocks wie Skin Deep, Peaches oder Nice `N’Sleazy und hält so 75 Minuten die Spannung. Genau das Richtige für die erwartungsfrohen New Model Army-Fans.

Setlist: Totem and Taboo, Skin Deep (The Stranglers), Stuck in Daily Mail Land, Dagenham Dave (The Stranglers), I want one of those, Duchess (The Stranglers),Goods, Gun and Gays, Beat of my heart, Peaches (The Stranglers), God is a woman, Strange little girl (The Stranglers),Straighten out (The Stranglers), A street called Carroll, (Get a) Grip (on yourself)
Zugaben: In the dead of night, Souls, Nice ‚N’Sleazy (The Stranglers), Tank (The Stranglers)

Die mussten nicht lange warten, gegen 20.45 Uhr kamen Justin Sullivan und seine Mannen auf die Bretter, die auch deren Welt sind, und eröffnen mit Guessing aus dem neuen Album der Band, Between wine and blood, einen Abend, der den Besuchern noch lange im Gedächtnis verbleiben wird. Da kann auch mal laut mitgesungen werden, wie in Christina Militia aus dem Debütalbum oder No Rest aus dem berühmten No rest for the wicked– Album.

Die kalten Temperaturen vor der Halle ließen die New Model Army Fans „kalt“ und so sorgten die besonders Mutigen auch für so manchen Pogo ohne Hemd, was bewies, dass man auch mit einem gewissen Alter, noch im Stande ist, eine amtliche Party zu feiern.

Nach einem euphorischen Between Dog and Wolf ging es dann in die Pause. Es wurde ruhiger mit dem Anfang von Set 2 und den Stücken Ballad und Someone like Jesus performt mit einem Streicher Duo und der charismatischen Stimme Sullivans, dessen politische Botschaften auch heute noch von Bedeutung sind. Danach dann wieder bester Folkrock mit Nummern wie Poison Street und Wonderful day to go.

Im Zugabenteil dann ein Song, den auch einige der Menschen kennen, die nicht so sehr im NMA-Universum zu Hause sind und dieses Vagabond funktioniert auch 25 Jahre später noch überragend. Mit dem Kinks-Cover Till the End of the day und Before I get old, Get me out und Green and grey geht ein grandioses Konzert zu Ende und man darf sich schon auf die nächste Weihnachtsfeier mit der New Model Army freuen.

Setlist:
1st Set: Guessing, Rumour&Rapture, Christian Militia, 1984, Red Earth, Stromclouds, No Rest, Knievel, The Hunt, Family, Between Dog and Wolf2nd Set: Ballad, Someone like Jesus, Into the wind, Orange Tree Roads, March in September, Devil’s Bargain, A liberal education, No mirror, no shadow, One of the chosen, Family life, No pain, Angry Planet, Purity, Poison Street, Wonderful way to go
Zugabe 1: Vagabonds, Till the End of the day (The Kinks), 225
Zugabe 2: Before I get old, Get me out, Green and grey

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Text: Dennis Kresse
Bilder: Tanja Schilling