Dass an diesem Freitagabend das Knust in Hamburg ausverkauft war, wundert eigentlich nicht weiter. Das Knust mit 500 Leuten vollzukriegen, ist für eine Band wie Primal Scream kein Problem. Nach inzwischen über 30 Jahren Bandgeschichte und über 25 Jahre nach dem Debüt-Album Sonic Flower Groove hätte alles andere ja auch verwundert. Wenn man dazu noch lediglich in Berlin, Köln und eben in Hamburg spielt, ist es noch viel weniger verwunderlich. Um 21:00 Uhr, eigentlich die angedachte Anfangszeit, wartete man dann aber noch eine gute halbe Stunde, bis es losgehen sollte.

Entschädigung dafür: Eine Vorband gab es nicht, Bobby Gillespie und Band kamen direkt auf die Bühne und legten los. Mit 2013 war direkt ein guter Anfang gelegt, das Publikum ging direkt gut mit, Primal Scream präsentierten sich hier zunächst sehr BritPop-lastig. Das jedoch ist ja nur die eine Seite der Band, die in ihrer Laufbahn häufiger mal ihren Stil ein bisschen wandelte. Elektronische Einflüsse, BritPop, auch mal schleifende Rock-Nummern wie Goodbye Johnny… Primal Scream stellten eine gute Mischung zusammen und präsentierten einen guten Querschnitt.

Die Band zeigte sich dabei sehr spielfreudig und suchte auch beständig den Kontakt zum Publikum, obgleich Bobby Gillespie von Zeit zu Zeit recht abwesend wirkte, in einem meditativen Sinne. Aber auch, wenn es so wirkte – er stand dabei stets direkt vor dem Publikum. Sei es nun Jailbird, Autobahn 66, Country Girl oder auch Rocks: Die Zuschauer gingen stehts gut mit. Kein Wunder also auch, dass nach Rocks eben doch nicht Schluss war. Vor allem aus der Screamadelica fehlten schließlich noch Klassiker. Noch, denn beispielsweise Higher Than The Sun wie auch der Evergreen Loaded wurden selbstverständlich noch zum Besten gegeben.

Ein sehr gelungenes Konzert einer Band, die auch so lange nach der Gründung noch keineswegs zum alten Eisen gehört.

Setlist (ohne Gewähr): 2013, Hit Void, Jailbird, Burning Wheel, Shoot Speed/Kill Light, Accelerator, Culturecide, Tenement Kid, Walking with the Beast, Goodbye Johnny, Turn Each Other Inside Out, Autobahn 66, It’s Alright, It’s OK, Swastika Eyes, Country Girl, Rocks
Zugabe: Higher Than the Sun, I’m Losing More Than I’ll Ever Have, Loaded, Movin‘ On Up

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Text und Bilder: Marius Meyer