Es gibt immer mal so Bands, bei denen man das Gefühl hat, man könnte irgendwann später mit einem „weißte noch damals“ stolz für sich behaupten, man sei von Anfang an dabei gewesen. Und es gibt eine Band namens Radkey, bei der man genau das gefühlt hat – in diesem Fall heißt es: „Weißte noch, damals im Knust? Das waren Zeiten…“ Auf ihrer aktuellen Tour gehörten wir mit zu den Tourpräsentatoren und haben uns natürlich auch selbst das Konzert in Hamburg nicht entgehen lassen.

Als Vorprogramm waren aber erst einmal die Berliner von Cold Acid an der Reihe, die bereits mit ihrer Preisliste am Merchandise punkten konnten: Neben allerhand (recht preiswertem) Merchandise gab es noch den Punkt „Knutschen“ mit dem Vermerk „For free“ aufgeführt. Auch, wenn man sie vielleicht nicht direkt knutschen wollte, muss man gestehen: Sie machten ihren Job richtig gut. Die Berliner spielten ein starkes Support-Set, das druckvollen Punk bot mit Musikern, denen man den Spaß an der Sache deutlich ansah. Nach anfänglichen Berührungsängsten ließ sich auch das Publikum davon überzeugen, dass hier eine sympathische Band vor ihnen steht, die hervorragende Musik macht – der Abstand zwischen Bühne und Publikum wurde zusehends kleiner. Ein guter Auftakt des Abends!

Setlist: I can see me growing old, Can’t make it up, Another Place, Don’t Lose Yourself, Got the right, Pizza Tonno, Story to pretend, Can’t Save My Soul

Danach hieß es dann aber gegen 22:30 Uhr in der Knust-Bar (im Saal lief Champions League): Bühne frei für Radkey! Das Trio aus St. Joseph, Missouri (USA) legte auch gleich gut los und zeigte, wo Bartel den Most holt. Dass die drei Jungs alle noch unter 20 sind (mit 15 bis 19 teilweise sogar deutlich darunter), merkte man dabei aber keineswegs. Man spürte, wie sie das ernstnehmen, was sie da machen und konnten damit auch das Publikum überzeugen. Sah man die drei live-haftig auf der Bühne, wusste man, warum sie einst vom Guardian zur „New Band Of The Day“ erhoben wurden. Es machte einfach Spaß – und es hat definitiv gerockt! Eine Band, von der man sicherlich noch hören wird! Beachtlich dabei auch, dass man ohne ein Album, sondern mit bisher nur EP-Veröffentlichungen, eine solche Wirkung erzeugen konnte.

Kurzum: Ein sehr gelungener Konzertabend mit einer ansprechenden Vorband und einem Hauptact, der diese Bezeichnung mehr als verdient hat. Von Radkey wird man noch hören, soviel dürfte sicher sein.

Setlist: Out Here In My Head, Little Man, Is He Alright, Pretty Things, Start Freaking Out, Digging The Grave, Cat And Mouse, Red Letter, N.I.G.G.A. (Not Okay), Romance Dawn

Weitere Artikel
Interview mit Radkey (Oktober 2013)
Vorbericht: Alternativmusik.de präsentiert Radkey auf Tour

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Text und Bilder: Marius Meyer