Eigentlich sollten die Konzerte von She Wants Revenge bereits im Mai stattfinden, allerdings gab es terminliche Probleme, sodass die Shows in Köln und Hamburg um einen Monat verschoben wurden und nur der Auftritt beim Wave Gotik Treffen im Mai stattfand. So kam es also, dass direkt am Montag nach dem Hurricane Festival, den Stress noch in den Knochen, bereits das nächste Konzert anstand, mit She Wants Revenge in der altehrwürdigen Markthalle. Mit im Gepäck: Die Schweizer von F.A.Q. als Vorband.

Um etwa 21:00 Uhr ging es los und F.A.Q. betraten zu den Klängen ihres Intros die Bühne, bevor sie etwa 40 Minuten lang einen guten Einheizer für den Abend boten. Ihre Mischung aus dunklem Elektro gepaart mit Rock-Klängen konnte schnell überzeugen. Eingängig-treibende Nummern wie high & low sorgten dabei gut für Bewegung in der Menge. Wenn man von Elektro mit Rock-Klängen gepaart spricht, denkt man schnell an die jüngeren Apoptygma Berzerk, sodass die Cover-Version von tuning in to the frequence of your soul nur logisch erschien, obgleich F.A.Q. hier einen insgesamt sehr eigenständigen Sound präsentierten. Einziger Makel dabei war die etwas spärliche Füllung der Markthalle – zwar wirkte die Show von F.A.Q. professionell einstudiert, durch die leeren Reihen wirkte etwas manchmal wie Posing. Eher aber sollte man dies von der anderen Seite betrachten und sehen: Hier wurde nicht nur auf Musik, sondern auch auf Bühnenshow Wert gelegt. Und in beiden Disziplinen boten F.A.Q. einen würdigen Opener!

Setlist: intro, absinthe & laudanum, we come in pieces, high & low, tuning in to the frequency, ten bells, the world is cold enough, one trip one noise, rock’n’roll queen

22:00 Uhr dann pünktlich weiter im Plan mit She Wants Revenge. Justin Warfield betrat mit Mütze und Band die Bühne und legte direkt los mit Red Flags and Long Nights, das mit düster-treibenden Gitarrenklängen und elektronischen Soundscapes gleich die Marschroute für den Abend steckte. Bereits hier merkte man schnell die Einflüsse der Band: An Joy Division musste man mehr als nur einmal an diesem Abend denken. Auch, dass sie einst als Vorgruppe von Placebo unterwegs waren, wundert nicht weiter. Aber dennoch haben She Wants Revenge ihren ganz eigenen Touch und sorgten für viel Bewegung bei den Zuschauern, die inzwischen auch näher an die Bühne gerückt sind.

Die kalifornische Band präsentierte an diesem Abend ein gut gemischtes Set aus ihren drei Alben, bei denen sowohl die Stücke des aktuellen Albums Valleyheart wie auch die Stücke der vorigen zwei Alben überzeugen konnten. Das atmosphärische Take the World vom aktuellen Album funktionierten genauso wie beispielsweise Sister vom selbstbetitelten Debüt der Band. Der Grundtonus der Musik war dabei zwar stets düster, dennoch aber nie zu düster, weshalb die Band es schafft, Genre-übergreifend für Begeisterung zu sorgen. Dieses gemischte Publikum war auch in der Markthalle zugegen und wollte nach Maybe She’s Right nicht glauben, dass es das letzte Stück gewesen sei.

Dem war auch nicht so, die Band kam noch einmal wieder. Dass als Zugabe aber fast noch einmal ein ganzes Konzert folgt: Damit war nicht zu rechnen. Für sieben Nummern kamen sie noch einmal zurück, bei denen neben eigenen Stücken wie Written In Blood auch eine ansprechende Coverversion der Psychedelic Furs von Love My Way dabei war. Die größten Hits hatte man sich indes für ganz zum Schluss aufgespart. An vorletzter Stelle Out of Control, das für großen Jubel sorgte, bevor man mit Tear You Apart nach insgesamt 100 Minuten zufrieden nach draußen in die kalte Hamburger Nachtluft entlassen wurde. Ein sehr schöner Konzertabend!

Setlist: Red Flags and Long Nights, Sister, True Romance, Reasons, Little Stars, These Things, Take The World, Broken Promises for Broken Hearts, Sleep, Someone Must Get Hurt, This Is the End, Maybe She’s Right
Zugabe: Disconnect, Written in Blood, Replacement, Love My Way (Cover von The Psychedelic Furs), Up In Flames, Out of Control, Tear You Apart

Homepage: www.shewantsrevenge.com
Facebook: www.facebook.com/OfficialSheWantsRevenge
Twitter: www.twitter.com/shewantsrevenge

Text: Marius Meyer
Bilder: Pressefreigabe