Das Gebäude 9 ist in Köln immer eine gute Adresse für etablierte Indie-Acts. Zuletzt waren dort Sizarr zu sehen, die vor kurzem erst ihr zweites Studioalbum, Nurture, veröffentlicht hatten und auf der anschließenden Tour ein paar der neuen Songs präsentierten. Die drei sympathischen Jungs aus der Pfalz haben keine Lieder, die ein Publikum ordentlich in Bewegung versetzen, vielmehr hält jeder Zuhörer inne und lauscht, wenn Fabian Altstötter zu singen beginnt und man hört, dass seine Stimme live genauso atemberaubend klar und voll klingt wie auf Platte.

Auch seine Bandkollegen Philipp Hülsenbeck und Marc Übel wissen ihre Instrumente live zu bedienen und so erschuf die Band diese Atmosphäre die man von ihren Alben kennt, ergänzt durch die unmittelbare Nähe zur Band, im Gebäude 9. Wenn man sie allerdings zum ersten Mal auf der Bühne stehen sieht kann man schon leicht irritiert sein, fragt sich, was dieser Schönling dort sucht, ob der tatsächlich all diese wunderbaren Lieder geschrieben hat und, vor allem, wirklich so eine Stimme haben kann. Optisch unterscheidet sich Hülsenbeck tatsächlich von seinen Bandmitgliedern in der Hinsicht, dass er nicht in dieses „Indie-Schema“ zu passen scheint, doch als das Konzert beginnt und er auf seine sympathische Art „ein paar alte und ein paar neue Lieder“ ankündigt verschwindet dieser Eindruck schnell und als die Band zu spielen beginnt passt sie so gut zusammen wie es sich eben für eine erfolgreiche Band gehört.

Selbstbewusst und sicher spielten Sizarr dann ihre besten Lieder, unter anderem Clam, Scooter Accident und Baggage Man vom Album Nurture und Run Dry und Boarding Time von ihrem Debut Psycho Boy Happy, womit es mal wieder ein toller Abend im Gebäude wurde.

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Text: Alexander Mann
Bilder: Klein & West