Sie sind ein wenig wie alter Wein, der mit den Jahren immer besser wird. Die Rede ist von den B-52s aus Athens/Georgia und im Gegensatz zu der anderen berühmten Band aus dieser Stadt, REM, sind die B-52s noch immer unterwegs, um ihren Gute-Laune-Party-Mix aus New Wave-Anleihen, Alternative Rock, Pop und Punk in der Welt noch immer zu verbreiten. Das gelingt den dreien auch 37 Jahre nach der Gründung bzw. 15 nach dem Ende der kreativen vierjährigen Pause wieder über alle Maßen. Aber bevor man sich Cindy Wilson, Kate Pierson und Fred Schneider und ihr Best of B-52s Programm ansehen konnte, wurde man noch von der österreichischen Band Klimmstein über 40 Minuten lang bestens unterhalten.

Mit ihrem heiter fröhlichen, aber auch sehr kritischen Tönen, die in Spanisch, Italienisch und natürlich ihrer Heimatsprache Deutsch gesungen werden, waren Klimmstein echt als Opener perfekt besetzt und der Refrain von Überflieger wurde auch von den meisten der Zuschauer mitgesungen.

Um 20:20 Uhr brandet ohrenbetäubender Jubel auf, als sich Fred Schneider in türkisem Glitzerhemd, Pierson in rot, was ihre feuerrot leuchtende Mähne betonte und eine in schwarz gewandete Cindy Wilson sich an die Mikrofon-Ständer stellten und mit dem Opener Planet Claire die Uhr um 30 Jahre zurückstellten. Mit dem gewohnt nasalen Sprechgesang Schneiders und den bisweilen schrillen Stimmen der beiden Grazien überzeugen die B-52s, die sich seit 2008 ohne Apostroph schreiben, perfekt.

Es folgt Hit auf Hit in den kommenden rund 80 Minuten, so manche Ansage in passablem Deutsch von Fred Schneider gibt es zu bestaunen, auch wenn er geografisch ein wenig über das Ziel hinaus schießt, indem er vor der Nummer Lava behauptet, dass es in Deutschland keine Vulkane geben würde, er ist einfach charmant. Natürlich wird auch das Gründungmitglied Ricky Wilson, das im Jahre 1985 verstarb, entsprechend gewürdigt und zwar von seiner Schwester Cindy, die alleine und ohne ihre beiden Sangeskollegen das Lied Girl from Ipanema goes to Greenland sang.

Aber da es sich um ein Best of-Konzert handelte, kamen die Fans der B-52s auf ihre Kosten. Is that you Mo-Dean?, Roam, natürlich die bekannteste Nummer Love Shack und das unkaputtbare Rock Lobster wurden in zum Teil atemberaubenden Versionen mit der hervorragenden Band im Rücken performt. Wer das Konzert der B-52s besucht hat, der freut sich schon auf den nächsten Auftritt in Bonn.

Setlist: Planet Claire, Mesopotamia, Private Idaho, Lava, Dance this mess around, Girl from Ipanema goes to Greenland, Roam, Legal tender, Love in the year 3000, Is that you Mo-Dean?, 6060-842, Whammy kiss, Love shack, Party out of bounds , Rock lobster

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Text: Dennis Kresse
Bild: Pieter M van Hattem