Zwar war an diesem Abend im Headcrash ein Konzert von Your Army angekündigt , aber man merkte an diesem Abend in vielerlei Hinsicht, dass hier zwar auch Your Army spielen, dieses „auch“ aber keineswegs im Sinne von „nur“ zu verstehen war. Mit im Gepäck waren auf dieser Tour The Black Sheep, die im Jahr 2013 vorhaben, wieder durchzustarten und das Hamburger Septett kollektiv22, deren Album zwar noch in der Ferne liegt, die aber in Hamburg bereits eine treue Zuschauerschaft haben, wie man an diesem Abend sehen konnte. Ein tolles Band-Trio also, das ab etwa halb neun auf die Besucher losgelassen wurde.

Eröffnet haben The Black Sheep, die sich an Bass und Schlagzeug im Jahr 2012 neu besetzt haben, sich in dieser Besetzung aber schon sehr eingespielt zeigten. Der weibliche Vierer präsentierte dabei vor allem neues Material von ihrem kommenden Album Politics, das zeigte, dass sie die Jahre gut genutzt haben. Stücke wie Electricity brillierten mit straightem Songwriting, wurden druckvoll mit der nötigen dargeboten und zeigten, welchen Spaß die Band um Charlotte und Johanna Klausur an ihrer Sache hat. Das merkte man auch in den Ansagen zwischen den Stücken und die Freude ging schnell auf das Publikum über. Nicht weiter verwunderlich, dass sie mit Make Of Me, ebenfalls neu, auch eine Zugabe spielen durften. Ein sehr guter Einstand einer Band, die man hoffentlich in diesem Jahr auch noch als Headliner spielen sehen wird.

Setlist: Do or Die, Electricity, No Other, Fireless, Compliments, Take The Bullets Back, „Neuer Song”, Leaders of the World, Make Of Me

Als nächstes dann das Septett aus der Schanze: kollektiv22 betraten die Bühne und wurden hörbar erwartet. Die Anfang-20er hatten ein treues Publikum dabei, das ihnen das Heimspiel hier zu einem gelungenen Abend machte, konnten sich aber auch einige neue Hörer erspielen, denn ihre spielfreudig und charmant dargebotenen Songs wussten zu gefallen. Dabei zeigte die Band, dass sie von vielen verschiedenen Seiten inspiriert ist und offenbar auch jeder seinen Part mit in die Musik einbringen kann. Ein Song wie Lest you forget zum Beispiel wirkte wie ein Indie-Song mit starker Percussion, The Road zeigte Einflüsse aus Folk, Good Girl hingegen versprühte einen deutlichen Reggae-Flavour und animierte zum Tanz. Als die Band mit Zugvögel das Set beendete war der Applaus groß – und das völlig berechtigt.

Setlist: Passion, Lest you forget, Grau in grau, Bonnie, The Road, Good Girl, My Aberration, Zugvögel

Als dritter und letzter Act des Abends – von Headliner zu sprechen würde den anderen beiden Bands Unrecht tun – dann Your Army. Und die taten von Beginn an vor allem eines: rocken! Sängerin Lucy Caffrey stand dabei zu keiner Zeit still und präsentierte sich als Energiebündel sondergleichen, während die Band alles dafür tat, einen satten Rock-Sound zu erschaffen. Verschnaufpause? Fehlanzeige. Im Mittelpunkt standen natürlich die Stücke des Debüt-Albums Ignite. Eröffnet mit One Last Time sah man schon, dass hier ein wuchtiger Klang im Mittelpunkt steht, die Riffs hart sind und man im hohen Tempo agiert, während Lucy Caffrey trotz aller Härte und Betontheit auch das Gefühl in den Songs nicht vermissen lässt. Mit Titeln wie Started A Fire oder der Single No Good spielte die Band ein kurzweiliges Set und beendete den Abend angemessen. Ein gelungener Abschluss und ein toller Abend ohne Aussetzer!

Setlist: Intro, One Last Time, New One, Valentine, Killer, Started A Fire, Liberate Yourself, Chase The World, No Good, Dance, Without Regret, 10 Seconds

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Text und Bilder: Marius Meyer