Als The Districts die Bühne des Kölner Klubkonzertes betreten, wird nicht lange gehadert, sondern voller Elan in die Saiten gehauen. Kein Gerede, keine Effekte, kein Intro, kein Synthesizer, keine Keys – den vier aufstrebenden Jungs aus Pennsylvania reichen zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug, ein Mikro und ein paar Flaschen Bier, um sich und das Publikum in Euphorie und Schweiß zu baden. Damit machen sie dem schnörkellosen und harten Retro-Rock vergangener Jahrzehnte und ihrem Ruf als Live-Band alle Ehre.

In ihrem einstündigen Set spielen – beziehungsweise shredden – sich The Districts vor allem durch ihr aktuelles musikalisches Repertoire vom Album A Flourish and A Spoil (2015). Dieses überzeugt mit einem rebellisch-juvenilem Lo-Fi-Sound, ehrlichen Lyrics sowie einem unverbrauchten und gutem Gespür für Melodiebögen. Auf der Bühne wird die Band eins mit ihren Soundkreationen – trance-artig werden die Gitarren und langen Haare geschwungen, während die Songs lautstark und intensiv in die Länge gezogen werden.

Technische Probleme mit dem Bass bringen The Districts nicht aus der Unruhe – die kurze Unterbrechung kommt sogar ganz gelegen, um noch mehr Bier auf die Bühne zu ordern und um eines der wenigen, eher stillen Solos von Frontman Rob Grote einzuleiten. Obwohl dessen Gesang und Bühnenpräsenz dabei teilweise an Luke Pritchard (The Kooks) oder Liam Gallagher (Oasis) erinnern, geben die Newcomer ihr Bestes, nicht als Indie-Band missverstanden zu werden – Headbanging, raues Soundgeschmetter, minutenlanges Gitarren-Geheule und nicht zuletzt ihr unbändiger Rock-Look geben ihnen dabei recht.

Als das Konzert sein Ende und das Testosteron auf und vor der Bühne seinen Zenit erreicht, springt Grote sogar samt Gitarre ins pogende Publikum, um dort laut umjubelt seine Endlos-Bridge weiter zu spielen. Trotz diesem und weiterer Rockband-Klischees, werden Erwartungen an ein Zerschmettern der Boxen oder Gitarren an diesem Abend nicht erfüllt.

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Text: Lea Margarete Schlue
Bilder: Martin Zenge