Es gibt Konzerte, da spürt man von der ersten Minute an die Lust, die die Band hat, ihrem Publikum eine möglichst gute Zeit zu bieten. Genauso war das bei den Fratellis, der Band aus Schottland, die mit ihrem jüngsten Album Eyes Wide, Tongue Tied gerade auf Tour in Deutschland sind. War der Frontmann Jon Fratelli oder eher Jon Lawler, denn keiner in der Band heißt tatsächlich Fratelli, beim Gespräch mit alternativmusik.de im Tourbus noch sehr zurückhaltend, konnte man sich im gut gefüllten und aufgeheizten Luxor davon überzeugen, wo der Begriff „Rampensau“ herkommt. Schon mit dem Opener Baby don‘t you lie to me vom aktuellen Album beweist das Trio aus Glasgow, dass man hier mit nur einem Ziel hingekommen ist, nämlich eine anständige Party auf die Beine zu stellen.

Das gelingt natürlich spielend im Luxor und der Kölner ist ja dafür bekannt, nicht nur die Musiker auf der Bühne zu feiern, sondern auch sich selbst. Die Fratellis sind halt Gute-Laune-Garanten und machen da in den kommenden 1,5 Stunden auch mächtig Gebrauch von dieser Gabe. Bassist Barry Wallace, seine Mutter war eine geborene Fratelli und das erklärt den Bandnamen und Schlagzeuger Gordon McRory legen die Basis auf der sich Jon mit solider Gitarrenarbeit austoben kann.

Klassiker wie Whistle for the Choir oder We need Medicine erklingen und werden laut mitgesungen, aber auch neue Tracks wie das hinreißende Dogtown oder Imposters (Little by little) werden frenetisch abgefeiert.

Natürlich darf auch der große Hit Chelsea Dagger nicht fehlen, dessen Refrain man nicht nur in Köln Süd hören konnte, so laut wurde mitgesungen. Zum Abschluss noch Runaround Sue, ein Cover des alten Rock’n‘Rollers Dion und dann war‘s vorbei, aber man kommt gerne wieder.

Setlist: Baby don’t you lie to me, Henrietta, This old ghost town, Flathead, Imposters (Little by little), She´s not gone yet but she’s leaving, A heady tale, Whistle for the choir, For the girl, Dogtown, Desperate guy, Got ma nuts from a hippy, Acid Jazz Singer, Halloween Blues, Everybody knows you cried last night, Me and the devil
Zugabe: Chelsea Dagger, Runaround Sue (Dion)

Homepage: www.thefratellis.com
Facebook: www.facebook.com/thefratellis
Twitter: www.twitter.com/thefratellis

Text: Dennis Kresse
Bild: Pressefreigabe