Wenn eine Band zweimal in Folge das Kölner E-Werk mit 2000 Fans füllen kann, dann muss die Band was können. Mit The Gaslight Anthem ist das der Band aus New Yersey eindrucksvoll gelungen. Und wie! Ihr charismatischer Frontmann Brian Fallon hat zwar einige höchst diskussionswürdige Ansichten über Gott und die Welt, aber man ist zum Feiern hier und nicht auf einem Glaubenskongress. So konnte man eine der besten und hart arbeitenden Bands der letzten Jahre bei der Arbeit bewundern, die energischer und punktgenauer nicht sein kann. Eine Rockshow, bei der die Musik im Mittelpunkt steht und von der man weder durch halsbrecherische Stunts noch brennende Dinge davon ablenken muss.

Aber bevor man mit The Gaslight Anthem feiern konnte, durfte man sich noch vom agilen und temperamentvollen Dave Hause perfekt unterhalten lassen, der nur mit einer Gitarre das begeisterungswillige Publikum bestens unterhalten konnte. Mit Nummern aus dem Album Resolutions und einigen Stücken seiner Vergangenheit mit der Band The Loved Ones konnte er bestens unterhalten. Dass auch Brian Fallon, mit dem er in der Vergangenheit schon gemeinsam Songs aufnahm und auf Tour war, ein Fan ist, bewies dieser mit einem demonstrativ getragenen Dave Hause-Shirt während des The Gaslight Anthem-Gigs.

Dann eine Band, die man auch ohne weiteres auf die Position des Hauptacts stellen könnte, da sie – was die Popularität betrifft – mit den Rockern aus New Jersey auf Augenhöhe sind. Das bewiesen die Blood Red Shoes erneut. Das Duo aus Brighton begeistert durch Ihren Sound, der nur von Gitarre und Schlagzeug geprägt wird und sorgt für Abwechslung an diesem eigentlich eher von US-Rock dominierten Abend. Aber die Songs von Laura Mary Carter und Steven Ansell wie Don‘t ask oder I wish I was someone better wurden trotzdem begeistert abgefeiert.

Es war schon gegen 22 Uhr als The Gaslight Anthem auf die Bühne kamen und mit dem Opener Mae zeigten, wo die Reise hingehen soll. Rockige Nummern, die dem großen Bruce Springsteen, mit dem die Jungs auch schon gespielt haben, in nichts nach stehen. Naja, in fast nichts. Mit einer großen Portion aus echten Männergeschichten und Entertainer-Qualitäten sorgt Fallon für Begeisterung. Sein Mitteilungsbedürfnis ist ausgesprochen groß und so werden die Songs mit humorvollen Geschichten angekündigt. Beachtlich ist darüber hinaus, was die Band an bekannten Nummern im Programm hat. Mit Nummern wie Casanova, Baby, The 59’Sound, Old white Lincoln, American Slang oder der letzten namens 45 aus dem aktuellen Album Handwritten kann das Quartett beweisen, dass der Erfolg der letzten Jahre kein Zufall war.

Nach zwei Stunden The Gaslight Anthem geht ein erschöpfter aber glücklicher Brian Fallon von der Bühne und entlässt ein ausgepowertes, aber sehr zufriedenes Publikum in die Nacht.

Setlist: Mae, Casanova, Baby, Old White Lincoln, 45, The Church Diamons Street Choir, Handwritten, I’da called you Woody, Angry Johnny and the Radio, Even Cowgirls get the blues, Too much blood, Howl, Biloxi Parish, Film Noir, Wherefore art thou, Elvis, Wooderson, Here comes my man, Blue dahlia, Here’s looking at you, Kid, The Backseat, Our fathers sons, American Slang, We came to dance, Great expectations, The 59’Sound

Homepage: www.thegaslightanthem.com
Facebook: www.facebook.com/thegaslightanthem
Twitter: www.twitter.com/gaslightanthem

Text: Dennis Kresse
Bilder: Pressefreigabe