Das war irgendwie putzig, wie die zwei Mädchen an der Haltestelle Kellinghusenstraße einstiegen, aufgeregt mit ihren The Script-Tickets hantierten, dazwischen einen Ausdruck der Texte des neuen Albums #3 hielten und die Fahrt damit verbrachten, die Texte vor sich herzusingen, damit sie auch textsicher sind. Dass dies nicht die einzigen Zuschauer waren, die sich noch im Schulalter befinden dürften, sah man dann auch an der Großen Freiheit 36: Statt der gewohnten Menschentraube, die sich vor dem Einlass bildet, standen alle in einer langen Reihe die gesamte Straße runter. Und einige lange Gesichter gab es auch, denn der Security verkündete: Unter 16 geht gar nichts, unter 18 nur mit Erziehungsberechtigtem oder entsprechendem Zettel von den Eltern.

Mein erster Gedanke: „Wenn das mal nicht der Schweiger Schuld ist.“ Schließlich ist Hall Of Fame auf dem Soundtrack zu Kokowääh 2 zu finden und brachte bereits vor dem Kinostart des Films viel Aufmerksamkeit. Ein wenig The Dome-Atmosphäre herrschte also, wovon The Original Rude Boys als Support-Act bereits profitierten, als sie ihren akustischen HipHop spielten, bei dem leider der Bass so derartig dominant war, dass man gerne mal ein ernstes Wörtchen mit dem Soundmann geredet hatte, sich dies aber dann doch lieber für den Fall der Fälle aufhob, dass der Sound auch beim Hauptact The Script so sein sollte.

Ein Glück: War er aber nicht. Als Daniel O’Donoghue mit Good Ol‘ Days den Abend eröffnete, war der Sound klar – und die vielen jungen Mädchen waren laut. Aber wer sollte es ihnen auch verdenken? The Script kombinierten Profitum und Starsein mit einer sympathischen Erscheinung und einer Bodenhaftigkeit, die echt war. Ihr Poprock schlug ein, wie er sollte, aber zwischen den Songs ließen sich die Musiker es auch nicht nehmen, zu den Stücken Geschichten zu erzählen. Rührend bei If You Could See Me Now, als Danny und Gitarrist Mark davon erzählten, wie sie in etwa zur gleichen Zeit ihre Eltern verloren haben – folglich behandelt die Nummer die Thematik, dass ihre Eltern die Band nie live auf der Bühne sehen konnten.

Dass dies die Stimmung nicht runterziehen sollte, war genauso klar und wurde immer wieder demonstriert. Die neuen Songs kamen bereits gut an, vor allem die Singles der vorigen Alben wurden doll bejubelt. If You Ever Come Back beispielsweise lief wie von selbst. Und auch der Spannungsbogen funktionierte, denn da war so ein Stück, ohne den hier niemand die Band aus Hamburg ziehen lassen wollte: Hall of Fame. Zum guten Schluss wurden die Zuschauer vom Warten dann auch erlöst und als Zugabe erklang Hall of Fame. Ein sympathisches Konzert einer sympathischen Band, von Stars zum Anfassen, von wirklich guten Musikern.

Setlist: Good Ol’ Days, We Cry, Breakeven, Science & Faith, The Man Who Can’t Be Moved, If You Could See Me Now, Before The Worst, If You Ever Come Back, Nothing, I’m Yours, Six Degrees of Separation, You Won’t Feel a Thing
Zugabe: For the First Time, Hall of Fame

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Text und Bild: Anna Schmitt