Bombastisch, opulent und eine spannende Mischung aus Licht und Show, gepaart mit Metal, das konnte der Musik-Fan erwarten – und er wurde nicht enttäuscht. Das Trans-Siberian Orchestra hat sich auf die schon traditionelle Nachweihnachtstour begeben und die ehemalig Philipshalle, die jetzt nach einem japanischen Autobauer benannt ist, platzt aus allen Nähten, was zwar nicht nur, aber wohl auch, an der genialen Marketingidee liegt, dass das Trans-Siberian Orchestra am Silvesterabend vor dem Brandenburger Tor spielte und dass dieser Event in die heimischen Wohnzimmer live übertragen wurde. Aber das ist ja auch vollkommen legitim und soll von den musikalischen Fähigkeiten der Band nicht ablenken.

Klassik mit Metal, das Rezept ist nicht ganz neu und wurde von Deep Purple mit der LP Concerto for group and orchestra auch schon gemacht, aber die Savatage-Recken Jon Oliva, Paul O‘ Neill und Bob Kinkel haben mit ihrer Idee und der Gründung des TSO die Idee des Symphonic Metal perfektioniert.

Mit einer Mischung aus den Aufführungen wie The Wall von Pink Floyd, Tommy der Who und den optischen Effekten eines Jean Michel Jarre sorgt das Trans-Siberian Orchestra für Begeisterung in der ausverkauften Halle. Dass das bisweilen eher an einen David Garrett-Auftritt als an eine Rockshow erinnert, das ist, wenn man sich ein wenig für das TSO interessiert, auch legitim.

Eine perfekt minutiös durchgeplante Show, an der jedes Licht und jeder Effekt an der gewünschten Stelle zünden. Aber dafür ist auch bei den Aufführungen für Improvisationen kein Platz. Perfekt ausgebildetete Musiker und Musical-Sänger sorgen dafür, dass jeder Song perfekt klingt.

Natürlich werden auch einige Savatage-Klassiker wie Gutter Ballet von Nathan James gegeben und lassen den Metal-Fan erfreut zurück.

Das 18-köpfige Ensemble, das – um nur einige zu nennen – aus dem Ausnahmegitarristen Chris Caffery und dem Keyboarder Vitaliy Kuprij besteht, kann glänzen und die Licht-, Laser- und Pyro-Effekte ebenfalls.

Nach etwas über zwei Stunden ist das Konzert vorbei und man staunt im Angesicht der letzten Effekte, ob das alles echt sein konnte. Viel Rauch um eine gelungene Abendunterhaltung.

Setlist: Time and distance, Winter palace, This ist the time (Savatage cover), Christmas Jam, Handful of Rain (Savatage cover), A last illusion, Gutter Ballet (Savatage cover), Misery, Mephistopheles Return, Mozart/Figaro, Sparks, The Hourglass (Savatage cover), Someday, Child unseen, All that I bleed (Savatage cover), Believe (Savatage cover), Wish Lizt (Toy shop madness), After the fall, Wizards in Winter, Dreams of fireflies (on a Christmas night), Carmina Burana, Epiphany, The Mountain, Piano Solo, Beethoven, Reuiem (The fifth); Christmas Eve (Sarajevo 12/24) (Savatage Cover)

Homepage: www.trans-siberian.com
Facebook: www.twitter.com/TSO

Text: Dennis Kresse
Bild: Pressefreigabe