Mit „Das Warten auf I Follow Rivers“ betitelte im Dezember 2012 das Hamburger Abendblatt seinen Bericht zu Triggerfinger im ausverkauften Docks.* Ein Eindruck, der damals stimmte. Seitdem hat sich einiges getan. Offenbar haben einige erkannt, dass die Band neben ihrer Hit-Single doch gar nicht so ihr Ding ist, andere sind treu geblieben und haben den Sound der Band in Gänze erfasst oder waren eh schon immer Fans. Der einige hundert Zuschauer weniger als das Docks fassende Ballsaal des Uebel & Gefährlich war zumindest gut gefüllt und das Publikum wusste, worauf es sich bei Triggerfinger einlässt. Überraschende Komponente war da nur noch die Vorband.

The Sore Losers, so der Name der eröffnenden Band. Belgische Nachbarn von Triggerfinger, die mit angehärteten Rock-Klängen und Einflüssen aus Country, Blues, Folk und Garage direkt punkten konnten. Eine wirklich sinnvoll gewählte Vorband, die sich hier so einige neue Fans erspielte. Titel wie Working Overtime oder auch Girl’s Gonna Break It verbreiteten gute Laune, bis dann Beyond repair, vor einigen Jahren das erste Lebenszeichen des Quartetts, eine gute halbe Stunde beendete. The Sore Losers präsentierten sich als angenehm druckvolle Rockband, die gerne wiederkommen darf. Viele Zuschauer, die an diesem Abend hier waren, würden sicherlich wiederkommen.

Setlist: Don’t know nothing, Working overtime, Silver seas, Gold, Girl’s gonna break it, Tripper, Beyond repair

Eine halbe Stunde weiter dann Triggerfinger. Die bewährte Dreierbesetzung mit dem Schlagzeug dominant in der Mitte eröffnete mit Game so, wie sie auch ihr aktuelles Album eröffnet und hatte damit direkt das Publikum auf seiner Seite. Direkt darauf folgt schon ein Ausflug in die Diskografie mit Short Term Memory Love, das prototypisch für den Bluesrock des Trios steht. Mit By Absence Of The Sun ging es noch einmal zurück zum Titelstück des neuen Albums, es folgte eine Reise durch die Diskographie, immer wieder durchsetzt mit neuen Stücken. Eine gute Kombination, mit der das Publikum sichtlich bei Laune gehalten wurde.

Schwermütig und mit Wucht, so kennt man Triggerfinger, das präsentierten sie auch an diesem Abend. Dabei auch erneut mit dem Mut, eine Nummer wie My Baby’s Got A Gun einzubinden, die minutenlang auf einem minimalistischen Riff reitet, um in der Folge immer wieder mit aller Härte auszubrechen. Auch in den ruhigen Passagen blieb das Publikum still und man merkte, wie sehr die Anwesenden auf die Band eingestellt waren. Rockige Stücke wie Let It Ride und First Taste setzten den Abend fort, bevor Cherry vorerst den Schlusspunkt setzen sollte.

Zweimal ließ sich die Band noch zur Zugabe bitten. Auch I Follow Rivers war selbstverständlich mit dabei. Heute in einer ruhigeren Version als auf vorherigen Touren und mit einer besonderen Überraschung: Aus I Follow Rivers wurde Jeanny und man zollte Falco auf angemessene Weise Tribut. Großer Jubel, als sich das Stück verwandelte, der vermutlich auf der Tour 2012 anders ausgefallen wäre. Anno 2014 funktioniert es. Nachdem das wilde Black Panic die erste Zugabe beendete, kam die Band für Is it? noch ein zweites Mal zurück und setzte den endgültigen Schlusspunkt zu einem äußerst gelungenen Konzertabend.

Setlist: Game, Short Term Memory Love, By Absence Of The Sun, And there she was, On My Knees, Perfect Match, My Baby’s Got A Gun, Camaro, Let It Ride, All This dancin‘ around, First Taste, Cherry
Zugabe 1: Without a sound, I Follow Rivers, Black Panic
Zugabe 2: Is it?

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* www.abendblatt.de/kultur-live/article111869978/Triggerfinger-Das-Warten-auf-I-Follow-Rivers.html

Text und Bilder: Marius Meyer