Im Mai dieses Jahres veröffentlichten die Amerikaner von Unkown Mortal Orchestra ihre dritte LP und brachten diese nun endlich live nach Deutschland. Nachdem sich das Publikum ein Wenig mit Jaakko Eino Kalevi aufwärmen konnte, kam der Hauptgang. Anschließend ans erste Lied merkte Frontmann Ruban Nielson an, dass er ein Bisschen krank sei und man es ihm verzeihen solle, wenn seine Stimme bräche (was kaum, und nur bei sehr hoch gesungenen Parts vorkam). In der Tat konnte man ihm ansehen, dass er sich konzentrieren musste und offenbar mit Kopfschmerzen kämpfte. Nichtsdestotrotz spielte er das komplette Konzert durch souverän und sicher und lief zwischendurch sogar eine Runde durchs Publikum.

Wer sich schon einmal näher mit der Band befasst hat oder sie live gesehen hat, weiß, dass die vier optisch kein Stück zueinander passen. Da gibt es zum einen den Drummer, den man eher jährlich auf Wacken wähnt, den Keyboarder, der gut in die Sparte Hip-Hop oder Soul passen würde, der Bassist, der einem Schulorchester entsprungen scheint und natürlich der Frontmann, dem man mit seinem Eishockey-Jersey und der Cap ohne jeden Zweifel die Zugehörigkeit an einer Collegerock Band zusprechen würde. Auf der Bühne jedoch merkt man wie gut sie zusammen funktionieren und obwohl Sänger und Gitarrist Nielson leicht angeschlagen war gaben sie eine tolle Darbietung.

Zwei Sachen gibt es jedoch, die zu bemängeln sind: zum einen wäre da die sehr geringe Spielzeit, die sich auf knapp über eine Stunde belief, wobei dies natürlich auch am Zustand Nielsons gelegen haben könnte und auch nicht wirklich viel ausmachte, da dies ausreichte, um die besten Songs unterzubringen. Viel störender war da die Soundqualität, die die meiste Zeit weit hinter dem sonstigen Standard des Gebäude 9 zurückblieb und besonders bei gitarrenlastigen Liedern die Ohren belastete. Was jedoch an Krach störte wurde wieder gutgemacht durch die Hingabe der Band und zwei begeisternden E-Piano Soli von Quincy Mcrary.

Das Quartett gab diesen Abend einen guten Ausgleich zwischen alten und neuen Songs zum Besten und beendete ihr Main-Set mit der Lead-Single der gleichnamigen Albums Multi-Love, die auch noch den letzten Zuschauer mitriss, sodass der Abend mit den Zugaben Necessary Evil und Can’t Keep Checking My Phone einen guten Abschluss fand.

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Text: Alexander Mann
Bild: Dusdin Condren