Das Studio 672 ist ein kleiner gewölbeartiger Kellerraum direkt am Stadtgarten beim Kölner Westbahnhof. Als wir uns durch den überfüllten Weihnachtsmarkt davor durchgekämpft hatten, konnten wir endlich hinein. Gegen 20.30 Uhr war eine verhaltene Anzahl von ca. 30 Leuten vor Ort, die sich an der Bar mit Getränken versorgten. Die Bühne war selbstverständlich schon aufgebaut. VIMES prangte auf schwarzem Grund an die Wand projiziert. Eine interessante Ansammlung von Technik war für das Konzert bereitgestellt.

Um Punkt 21 Uhr betraten die drei Musiker die Bühne und kreierten direkt eine ganz besondere Atmosphäre. Die mittlerweile ca. 70 Zuschauer tanzten verhalten mit zur Musik. Die Stimme von Azhar Syed schien mit der genau richtigen Lautstärke im Vergleich zu Schlagzeug, Gitarre, Synth und Bass durch die Luft zu schweben. (Der Bass wird über elektronischer Patterns erzeugt.) Interessanterweise tauschten Syed und Bandkollege Julian Stettner gerne die Rollen und so wurde die Gitarre mal eben weitergegeben, damit der jeweils andere den Synthesizer übernehmen konnte. Auch Johannes Klingebiel am Schlagzeug legte eine exzellente Performance ab. So konnte er seinem Instrument trotz minimalistischer Ausstattung (z.B. keine Hängetoms) schön treibende Klänge entlocken, die nach und nach auch beim Publikum Wirkung zeigten. Kein Wunder also, dass sogar Seifenblasen durch das Gewölbe flogen – passend zur magischen Atmosphäre. Untermalt wurde die Show mit verschiedenen überaus interessanten Kurzvideoclips, wie zum Beispiel dem obligatorischen Hirsch oder dem Eiskünstläufer, den hoffentlich jeder hier vom Krachertrack House Of Deer, der als großes Finale aufgeführt wurde.

In der leider nur 45-minütigen Show der Kölner Band, präsentierten die drei Musiker ein tolles Live-Set mit einigen mir unbekannten Liedern, die aber dennoch sehr gut ins Ohr und in die Beine gingen. Auch Celestial funktionierte live prächtig. Fazit: Gerne mehr davon!

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Text und Bild: Max Keller