Es gibt wenige Menschen, die ihr Leben so leidenschaftlich der Musik widmen wie Johannes Kalpers. Bereits 1976, im Alter von 10 Jahren, begann er seine Gesangsausbildung und hat sich in den Jahren als Kantor, Chorleiter, lyrischer Tenor, Stimmbildner, Opern- und Oratoriensänger einen besonderen Namen gemacht. Mit „Mein Vaterland“ veröffentlicht er nun eine liebevolle Hommage an seine Heimat. Doch es ist noch viel mehr als das. Wenn heutzutage das Wort „Vaterland“ fällt, trägt der Begriff in der Öffentlichkeit besonders aufgrund der Vergangenheit Deutschlands eine negative Behaftung. Nationalstolz wird hierzulande oftmals schlicht als rechtslastig hingestellt und so gut es geht verheimlicht. Es ist ein Begriff, der gleichermaßen polarisiert, da in den Herzen der Menschen die Heimatliebe einen festen Platz einnimmt. Diese Wertschätzung der Heimat und besonders der musikalischen und lyrischen Wurzeln Deutschlands ist etwas, das in dieser schnellen, modernen Zeit außerdem viel zu oft vergessen wird.

Mit diesem Album zelebriert Johannes Kalpers ein Herzensanliegen. Es enthält 16 deutsche Musikstücke, deren Veröffentlichungen vom 18. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückdatieren. Ein Schelm, wer Böses denkt – denn die neue Darbietung dieser Stücke ist weder zufällig, noch basiert sie auf der Popularität bestimmter Lieder. Stattdessen ist diese Auswahl das Produkt einer höchst persönlichen und herzensnahen Angelegenheit – so verbindet Johannes Kalpers mit jedem Stück ganz besondere Erinnerungen an Orte, Personen und Momente.

Auch ist diese Zusammenstellung zur Feier des 25-jährigen Jubiläums der deutschen Einheit gedacht. So beginnt das Album mit Friedrich Schillers „Ode an die Freude“, welches auch von Ludwig van Beethoven in seiner 9. Sinfonie vertont wurde. Mit leicht geändertem Text wurde im Jahre 1989, einen Monat nach dem Fall der Mauer, dieses Stück als „Freiheit, schöner Götterfunken“ im Ostberliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt dargeboten – und so leitet es den Anlass des Albums perfekt ein. Johannes‘ grandioser Tenor thront über einer marschierenden Percussion, die das Lied besonders treibend und energisch werden lässt. „Es ist schon rein musikalisch ein grandioses Stück“, so Kalpers. Viele der dargebotenen Stücke beziehen sich auf Themen, die heute noch immer von besonderer Relevanz sind. Viele stellen Erinnerungen an Gefühle und Zustä! nde dar, wie sie heutzutage in der Form nicht mehr vorkommen. So handelt die ruhige Piano-Variante des Klassikers „Wenn ich ein Vöglein wär“ von Johann Friedrich Reichardt und Johann Gottfried Herder, von der Sehnsucht nach einem Menschen, der sehr weit entfernt ist.

In der heutigen Zeit ist Kommunikation nun einmal Welten einfacher und selbstverständlicher als noch im 18. Jahrhundert, als das Stück geschrieben wurde. Das Getrenntsein und die Sehnsucht sind etwas, das heutzutage in dieser Form kaum noch nachempfunden werden kann – und auch Johannes Kalpers selbst erinnert sich an eine Jugendliebe seiner Internatszeit, als das Schreiben, Senden und Erhalten von Briefen noch der einzige, sehr langwierige Vorgang war, um mit einem geliebten Menschen in Kontakt zu sein. „Dies ist ja nicht nur negativ“, so Kalpers, „vielmehr lernt man so die starke Wertschätzung der Zweisamkeit. Distanz schafft Nähe.“

Auch „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“, der berühmte Schlager von Fred Raymond aus dem Jahre 1925, ist für Johannes Kalpers von persönlicher Bedeutung. Wie im Lied selbst besungen, erinnert auch er sich nun, als erwachsener Mann, gern an seine erste große Liebe und seinen ersten Kuss. Die zarte Instrumentierung erzeugt hier eine regelrecht träumerische Atmosphäre, die das Erinnern an die eigene Jugend perfekt untermalt. Das bekannte Volkslied „Die Gedanken sind frei“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ist heutzutage aktueller denn je – sowohl Gedankengut als auch Meinungsfreiheit sind Themen, die tagtäglich behandelt werden und auch speziell für Deutschland relevant sind. Doch besteht dieses Album nicht nur aus klassischen und thematisch zeitlosen Musikstücken, sondern auch heiteren Liedern wie dem Operetten-Stück „Berliner Lu! ft“, das inzwischen eine Art inoffizielle Hymne der Stadt und Prädestination für Marschkapellen ist. Hier überrascht Johannes Kalpers positiv mit seiner vielseitigen Stimme, die spielend leicht auch für Theater-Atmosphäre sorgen kann.

Mit ruhigen Volksliedern wie „Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde“, „Am Brunnen vor dem Tore“, „Kein schöner Land“ oder auch „An der Saale hellem Strande“ bietet Johannes Kalpers wunderschöne und poetische Hommagen an die eigene Heimat in wunderschönem, bedachtem Tenor. Viele dieser Stücke klingen still und bedacht aus, während andere im triumphalen Instrumenten-Crescendo gipfeln. Dies betont zwei Emotionen, die im Bezug auf die Heimat meistens Hand in Hand gehen: eine nachdenkliche Erinnerung verbunden mit Stolz und Treue – wie geschaffen für dieses Album, welches mit einer wunderbaren Darbietung der deutschen Nationalhymne perfekt abgerundet ausklingt.

Somit ist „Mein Vaterland – Die größten deutschen Volkslieder“ eine wahre Schatzkiste voller kulturell und historisch bedeutsamer Klassiker, welche für Johannes Kalpers allesamt auch gleichermaßen persönliche Bedeutung haben. Eine Reise sowohl in die Vergangenheit Deutschlands als auch in die Erinnerungswelt Kalpers‘ selbst – und das stets mit der Liebe zum Land im Herzen. Etwas, das in der heutigen Zeit viel zu selten gewagt, geschweige denn auf diese emotionale Art und Weise stolz zelebriert wird. Einzigartig!

Homepage: www.johanneskalpers.de

Text: Pressefreigabe