Als King Krule hat sich der 18-jährige Songwriter/Sänger/Produzent Archy Marshall aus South East London still und heimlich zur Stimme einer neuen Generation entwickelt. Mit seinem tiefen und schwermütigen Gesang spürt er die feinen Risse der Enttäuschung und sozialen Desorientierung in einer Gesellschaft auf, deren frustrierter und wütender Jugend er in den letzten Jahren bereits auf verschiedenen Singles ein Gesicht gab. Am 24.08. (seinem 19. Geburtstag) erschien mit „6 Feet Beneath the Moon“ auf XL Recordings sein Debütalbum und mit ihm entfaltet sich Marshall’s Vision in ganzem Umfang. Über 14 Tracks hinweg reibt er sich wund an offengelegten Leidenschaften und Wirrsalen und bettet seine gestochen scharfen Lyrics dabei in so raffiniert arrangierte Musik, wie man sie wohl kaum von jemandem in seinem Alter erwarten würde.

Schon die ersten Zeilen von „Easy Easy“ lassen keinen Zweifel an der faszinierenden Klarheit seiner Worte und nach und nach verbinden sich die Songs unter dem wachsamen Auge von Produzent Rodaidh McDonald (The xx, Savages, Gil Scott-Heron) zu einer offenherzigen Meditation über Unzufriedenheit, den Verlust des Glaubens und immer wieder aufkeimende Hoffnung im Angesicht der Verzweiflung.

„6 Feet Beneath the Moon“ verzichtet größtenteils auf Songs, die King Krule bereits zuvor veröffentlicht hat und zeigt sich ansonsten äußerst resistent gegenüber aktuellen Trends oder Einflüssen durch sein musikalisches Umfeld. Stattdessen findet King Krule seinen ganz eigenen Platz auf der musikalischen Landkarte, in Sichtweite des klassischen Fifties Soul von Gene Vincent und Elvis, der avantgardistischen Experimentierfreude des Penguin Café Orchestra und nebliger Dub-Texturen. So finden sich auf King Krules Debüt bluesige Stomper wie „A Lizard State“ and „Easy, Easy“ neben den tieffrequent schimmernden Beats von „Neptune Estate oder „Will I Come“, ohne dass der Zusammenhang dabei verloren ginge. Das liegt vor allem an Archy Marshall’s außergewöhnlicher Stimme. Egal, ob er reumütig von Entfremdung und „the heat in my own treason“ singt („Ceiling“) oder im kribbeligen „A Lizard State“ giftige Zeile spuckt wie “I’m not going to crack like you cracked…I don’t want to be trapped in the black of your heart” – es wird schnell klar, dass es eine von Marshall’s größten Qualitäten ist, emotionale Kraftakte zu kunstvollen, atmosphärischen und hymnischen Kostbarkeiten zu verdichten.

„6 Feet Beneath the Moon“ ist ein manchmal verstörender und brutaler, immer aber von großer Aufrichtigkeit getragener Trip – eine schonungslose Analyse des sozialen Verfalls, der um ihn herum einsetzt, der Sound eines jungen Mannes, der den Realitäten einer Welt, in der er aufwächst, die Stirn bietet.

Homepage: www.kingkrule.co.uk
Facebook: www.facebook.com/pages/King-Krule/184334471606543

Text: Pressefreigabe (XL Recordings)