Die Londoner Art-Punk-Band Wire ist sicherlich eine der einflussreichsten britischen Popbands überhaupt. Gegründet 1976, gibt es die Gruppe nach mehreren Auszeiten inzwischen wieder. 2011 hatten sich Wire mit dem großartigen Album „Red Barked Tree“ und fulminanten Konzerten zurückgemeldet. Diesesmal lässt die Band um Sänger Colin Newman dem Album keine längere Pause folgen denn Anfang April ist mit „Change Becomes Us“ ein weiteres Werk erschienen, das alte Fans ebenso erfreuen wird, wie es jüngere gewinnen könnte. „Sie klingen cool, aufregend und weise“, fasst Jenny Zylka im deutschen „Rolling Stone“ die neue Platte ganz treffend zusammen.

Was verbindet so unterschiedliche Musiker und Bands wie die britischen Franz Ferdinand, Bloc Party und Blur auf der einen mit den US-amerikanischen Hardcore-Helden Henry Rollins und Ian MacKay (Fugazi) auf der anderen Seite, REM mit den Feelies und den englischen Cure? – Nun, sie alle sind erklärte Fans, der Wire, wenn nicht sogar (Cure, Franz Ferdinand, Rollins) maßgeblich beeinflusst von den innovativen Briten, die in den späten Siebziger Jahren mit minimalischen Post-Punk- und Wave-Stücken wie „I Am The Fly“, „Lowdown“, „Three Girl Rhumba“ oder „12XU“ begeistert haben. Dabei so erfrischend klangen und immer noch klingen, dass der französische Regisseur Olivier Assayas gleich mehrere Wire-Stücke für den Soundtrack seines Kino-Meisterwerks „Carlos – der Schakal“ genommen hat.

Jedenfalls gehören die ersten drei Alben „Pink Flag“ (1977), „Chairs Missing“ (1978) und „154“ zum Kanon der britischen Rockmusik; allesamt unverzichtbare Klassiker, die auch heute gehört noch frisch und drängend, keinesfalls antiquiert klingen. 1980 bis 1985 haben Colin Newman und seine Band ebenso eine Auszeit genommen, wie zwischen 1993 und 1999. Seit 2000 sind Wire aber wieder zusammen und veröffentlichen alle paar Jahre gute Alben.

Die Stücke auf „Change Becomes Us“ gehen zurück auf Songideen und rudimentäre Blaupausen aus der kreativen Frühphase der Band. Ein paar dieser Versatzstücke hatten Wire in den Jahren 1979 und 1980 live gespielt, sie aber nie ausgearbeitet oder gar im Studio aufgenommen. Die Grundidee zum neuen Album war nun, diese über 30 Jahre alten Songelemente als Ausgangsmaterial und Sprungbrett für neue Kompositionen zu benutzen. So erklärt es sich, dass Wire auf „Change Becomes Us“ so unnachahmlich nach sich selbst, gleichzeitig aber neu und frisch klingen. Auf diesem Album hören wir mehr als bloß eine Modernisierung des Wire-Sounds. Nach den intensiven Aufnahmesessions und ausgiebiger Produktion in Newmans Swim Studio wurde aus dem Ausgangsmaterial etwas Neues.

Die Daten:

06.10.2013 Köln, Luxor
07.10.2013 Hamburg, Knust
08.10.2013 Berlin, Postbahnhof
09.10.2013 Dresden, Beatpol
14.10.2013 Stuttgart, Universum
15.10.2013 Osnabrück, Kleine Freiheit

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