Ist es wirklich schon vier Jahre her, seitdem A Forest Of Stars A Shadowplay For Yesterdays veröffentlicht haben? So oft wurde das Album gehört und so viel war auf diesem zu entdecken, dass es seinen Reiz des Neuen kaum zu verlieren scheint. Das wird sich zwar durch Beware The Sword You Cannot See nicht ändern, doch stehen die Chancen gut, dass es den Vorgänger nun in der Regelmäßigkeit, in der er gehört wurde, ablöst. Denn alles, was auf dem an sich schon guten Vorgänger enthalten war, wurde nochmal auf die Spitze getrieben. Wirklich zuordbar ist die Musik dadurch noch immer nicht geworden. Genau so wenig hat man als Hörer gerade zu Beginn eine Orientierung auf dem neuesten Werk, in dem der selbsternannte Gentleman’s Club einen ins viktorianische England entführt. In Städte voller finsterer Gassen, verwinkelter Straßen, die so atmosphärisch dicht sind und zugleich immer neue Nuancen entfalten.

Musikalisch wird das Ganze durch eine Melange aus Black Metal, Okkult Rock, Gothic Rock, Shoegaze, Psychedelic Rock und Folk-Elementen zusammengehalten. In diesem Gewirr aus Genrekreuzungen bleibt man durchgehend im Surrealen. Fast, als würde man alles durch einen durch Absinthrausch oder den Konsum anderer berauschender Substanzen entstandenen Schleier wahrnehmen, während man durch die nebelverhangenen Stücke wandert.

Während man das Album hört, fallen einem kaum Genrekollegen ein, die ansatzweise ähnlich klingen würden. Stattdessen muss man an diverse Autoren des 19. Jahrhunderts denken: Thomas deQuinceys Confessions of an English opium eater, Oscar Wildes Bildnis des Dorian Gray oder W.B. Yeats, William Blake, sie alle finden ihren Niederschlag in den düster-schillernden Klanglandschaften und am besten nimmt man sich eines ihrer Werke, während man den Klängen dieses Albums zuhört.

Mit Beware The Sword You Cannot See hat die Band ein mehr als mutiges Werk geschaffen, das in Sachen Vielschichtigkeit und Tiefe einzigartig ist. Niemand, der unkonventionelle und intelligent gemachte Musik schätzt, sollte sich dieses Werk entgehen lassen.

Weitere Artikel
Rezension: A Forest Of Stars – A Shadowplay For Yesterdays

Homepage: www.aforestofstars.co.uk
Facebook: www.facebook.com/aforestofstars

Text: Tristan Osterfeld