Es verhält sich mit dem Metalquintett A Pale Horse Named Death und seinem Mastermind Sal Abruscato in etwa so wie mit den Foo Fighters und Dave Grohl: Abruscato war der Schlagzeuger von Type O Negative und Life Of Agony, wechselte aber für das blasse Pferd an die Gitarre und ans Mikrofon. Mit Lay My Soul To Waste legt die Band nun ihr zweites Album nach dem Debüt And Hell Will Follow Me aus dem Jahre 2011 vor. Mehr oder weniger überraschend ist dabei die Besetzung der Band, da sie mit drei Gitarristen neben Schlagzeug und Bass aufwartet. Wer jetzt eine ausschweifende Gitarrenorgie erwartet, wird ein wenig enttäuscht werden. Zwar liegt die typische metallerne Schwere auf dem ganzen Album, aber die Musik bewegt sich vielmehr im Bereich des Gothic und Doom Metal.

Alle Lieder sind viel melodischer und weniger auf gnadenlose Härte aus, ebenso sind sie vom Tempo her eher langsam. Mir kommt es so vor, als würde die Band manchmal dem Grunge seinen Tribut zollen oder zumindest an Alice In Chains erinnern wollen, was bei dem Albumcloser Cold Dark Mourning hervorsticht. Das wiederum macht die Musik umso interessanter, da die Band es schafft, dabei gewissermaßen symphonisch zu klingen, ohne den Bombast einiger Symphonic-Metal-Bands auffahren zu müssen. Das Songwriting an sich ist durch und durch gelungen!

Ein wenig Stoner Rock – vor allem durch den Sound der Gitarren beigetragen – rundet das ganze Album ab. So bleibt am Ende zu sagen, dass mit Lay My Soul To Waste A Pale Horse Named Death ein wirklich gutes Album gelungen ist, das die Schönheit bleischwerer Melancholie schnörkellos auf den Punkt bringt.

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Text: Wolfgang Merx