Mittlerweile gibt es, unter anderem aufgrund von Spotify, Napster und Konsorten, fast so viele Indie-Pop-Bands wie Sand am Meer. Daraus sollte eine unglaubliche Vielfalt an Facetten innerhalb des Genres resultieren – in der Realität ist das leider nicht so. Fakt ist, das viele Bands heutzutage doch einen sehr ähnlichen Sound haben, vor allem im Bereich des Indie. Zu diesen Bands gehört auch Abby, nachdem sie ihr Debütalbum Friends And Enemies 2013 veröffentlichten. Der sanfte, fröhlich angehauchte Indie-Pop war ein ungefähres Spiegelbild eines ganzen Genres. Eine Mischung aus tanzbaren Hymnen und Frühstücksmusik. Sollte man kein Fan solcher Musik sein, konnte einem bei diesem Album sehr schnell sehr langweilig werden.

Mit ihrem aktuellen Album Hexagon entfernen sich Abby ein gutes Stück von diesem Klischee-Pop. Ein Großteil der Songs ist wesentlich langsamer und ruhiger, die Instrumente werden häufig nur minimal eingesetzt. Ein gutes Stück vom Indie geht es in Richtung Elektro, wobei die Songs aufgrund des niedrigeren Tempos nur bedingt tanzbarer werden.

Der größte Unterschied zum Vorgänger wird bei Hexagon jedoch in der vermittelten Atmosphäre spürbar. Auf überwiegend fröhliche Lieder folgt eine Ansammlung von Songs, die melancholisch, fast schon depriemierend wirken. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei mal außer Frage gestellt – Hexagon wirkt auf jeden Fall professioneller und stringenter als sein Vorgänger.

So ganz neu erfunden hat die Band sich jedoch nicht, ältere Einflüsse sind beispielsweise in Friendly Fire noch wahrzunehmen.

Schlussendlich überwiegt auf Hexagon jedoch die Melancholie, gepaart mit elektronisch angehauchtem Indie was-auch-immer, der eine Hörprobe durchaus wert ist.

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Text: Lars Junker