Ein buntes Paket, das uns hier vom Duo aus Los Angeles präsentiert wird. Zwar ist es eigentlich „nur“ eine Doppel-A-Seite, die es auf A Nice Place To Destroy zu finden gibt, daraus wurde aber dann gleich mal eine knappe Dreiviertelstunde Musik gemacht. Vier Versionen von A Nice Place To Visit, gleich mal fünf von All Beauty Destroyed und dazu noch eine illustre Cover-Version als B-Seite gibt es hier auf die Ohren. Abgemischt von Krischan Wesenberg (Rotersand) ist trotz der eigentlich nur drei verschiedenen Stücke ein großes Abwechslungsreichtum entstanden, bei dem man Aesthetic Perfection aus vielen Perspektiven kennenlernen kann.

Eröffnet wird die EP mit A Nice Place To Visit in seiner ursprünglichen Version. Ein aggressives Stück Elektro wird einem da geboten, das in den Strophen mit verzerrten Gesang und Shouts den nötigen Druck entwickelt und im Chorus dann eine Spur harmonischer wird. Dunkler Elektro wie gemacht für die Clubs. Das haben auch Formalin erkannt, die in ihrem Remix futuristische Strukturen ergänzen und eine ebenfalls ansprechende Version kreieren. Der Double Plus Ten Remix flacht danach leider etwas ab. Bouncende Beats unterlegen hier den Titel, können aber leider den B-Seiten-Charakter nicht verleugnen. Ähnlich ergeht es auch dem Of These Hope Remix, der aber mit seinen weit über sechs Minuten Länge denjenigen gefallen dürfte, die gerne Aggrotech hören.

Weiter geht es dann mit A-Seite Nummer zwei: All Beauty Destroyed. Das ist dann auch das komplette Gegenteil von A Nice Place To Visit und kein Song, den man von einem Elektro-Act vermutet, denn es ist eine Piano-Ballade mit fragilem Charakter und hintergründiger Aggression. Und auch diesen kann man munter modifizieren, was als erstes Daniel Myer zeigt. Myer behält den ruhigen Charakter des Songs aufrecht, aber ergänzt atmosphärische Flächen, die bis zum Ende hin immer größer werden. Gewöhnungsbedürftiger ist dann der Comaduster Remix, der das Tempo anzieht, mit verschrobenen Passagen arbeitet und das bietet, was gemeinhin als „Frickel-Elektro“ bezeichnet wird. Der EMP 80834 Remix wie auch der Sensuous Enemy Remix haben wiederum beide ihre eigene Atmosphäre, sind beide musikalisch gelungen, aber ragen dabei nicht weitergehend heraus.

Abschließend noch eine lustige Cover-Version: She Drives Me Crazy von den Fine Young Cannibals, das auch in der Version von Aesthetic Perfection wirklich Spaß macht. Man merkt, dass die Band Laune daran hatte, ihre eigene Note an das Stück zu bringen und das springt auf den Hörer über. Eine wirklich gute EP, die die Band hier veröffentlicht hat, auch wenn eins zwei Remixe weniger und stattdessen mehr neue Stücke sicher auch nicht schlecht gewesen wären.

Homepage: www.aesthetic-perfection.net
Facebook: www.facebook.com/aestheticperfection

Text: Marius Meyer