Ahzumjot, bürgerlich Alan Julian Asare ist ein gebürtiger Hamburger, der schon als Jugendlicher begann Musik zu produzieren und während seiner bisherigen Karriere jederzeit bemüht war sich und seine Musik weiterzuentwickeln. Umgeben von Gleichgesinnten lernte er viele Freunde und musikalische Weggefährten in Jugendzentren kennen und gelangte so schon früh an kleine Support-Slots. Er opferte sich für seine Musik auf, so begann er zig verschiedene Jobs, um sich finanziell über Wasser zu halten, kündigte aber oft direkt wieder, um seiner Leidenschaft Musik nachgehen zu können. Eben dann, wenn Konzerte oder Videodrehs wichtiger waren oder neue Beats ausprobiert und neue Texte geschrieben werden mussten.

Allerdings wurde die Kindheit von Ahzumjot auch von vielen negativen Erlebnissen geprägt, die er in seinen Texten oft aufarbeitet. So war Alan Julian Asares Vater Alkoholiker und die Beziehung zu seinem Sohn litt sehr unter dieser Krankheit. In betrunkenen Phasen war der Vater unausstehlich, im nüchternen Zustand gehörte er für Ahzumjot zu den liebenswürdigsten Menschen der Welt. Inzwischen hat der Vater seine Sucht überwunden und Ahzumjot veröffentlicht nun schon sein zweites Album. Das erste Album Monty, welches Ahzumjot ohne Plattenfirma im Rücken veröffentlichte wurde bis zu 400mal allein in der ersten Woche verkauft. Ahzumjot sagte selbst, dass er mit ca. 20 Bestellungen gerechnet hatte und deshalb der Meinung war, dass er Monty selbst verschicken könne. Im Endeffekt wurde das Album 4000mal verkauft, eine gigantische Zahl für ein DYI-Projekt.

Aufmerksam auf den neuen Rapper wurden auch einige Kollegen, so kursierte der Name in der Szene immer häufiger und Ahzumjot wurde es ermöglicht Casper bei einer seiner Tourneen als Supportact zu begleiten. Kurz darauf folgte die nächste Tour mit Cro und Rockstah. Darauf folgten die ersten Anfragen von Managements, die mit Ahzumjot sein erstes „richtiges“ Album produzieren wollten. Und dieses zweite Ahzumjot Album, an welchem dieses Mal mit einem bekannten Produzenten, nämlich Nikolai Potthoff, der bei Thees Uhlmann und Tomte in der Band gespielt hatte, gearbeitet wurde, ist nun mit dem Titel Nix mehr egal veröffentlicht worden. An einsamen Tagen in Binz an der Ostsee hat Ahzumjot viele seiner nachdenklichen Texte geschrieben und sich mit den Fragen auseinander gesetzt: Wo komm ich her? Wo will ich hin? Was ist dazwischen passiert? Und warum sind wir überhaupt hier? Ein ziemlich nachdenklicher Künstler also.

Vielen wird die kryptische Sprache und die Musik, die dazu verwendet wird bei Ahzumjot gefallen. Ob das alleine allerdings ausreicht, um sich von der generell immer größer werdenden „Indierapszene“ und damit von sehr vielen anderen Rappern abzuheben, bleibt fraglich. Ahzumjot tritt in die Fußstapfen von Cro und Casper, das Gefühl kommt auf, dass er einem Zug hinterher rennt, der schon abgefahren ist. Das Alleinstellungsmerkmal, welches Ahzumjot hat, ist, dass seine Texte sehr kryptisch, sehr persönlich und emotional sind. Da ich nur bedingt ein Fan davon bin und sowas auch von Casper beispielsweise meiner Meinung nach besser umgesetzt wird, konnte er mich damit nicht überzeugen. Es gibt Stellen, die mir durchaus gefallen, andere Stellen finde ich aber textlich viel zu einfach gestrickt und da fehlt mir dann die lyrische Besonderheit. Viele werden aber Gefallen daran finden, gerade wenn sie emotionale Texte mögen. Der Song Vier Minuten sticht allerdings heraus und ist meiner Meinung nach der stärkste Song der Platte. Inhaltlich geht es hier um die absurde Tatsache, dass die erste Wohnung des Rappers in Berlin zufälligerweise genau gegenüber jenes Hauses war, in dem die Eltern zuvor viele Jahre gelebt hatten, wovon Ahzumjot nicht die geringste Ahnung hatte.

Neben der Albumveröffentlichung von Nix mehr egal spielt Ahzumjot auch eine große Deutschlandtour im November und Dezember:

18.11.2014 Hamburg, Headcrash
19.11.2014 Hannover, Musikzentrum
20.11.2014 Köln, Underground
21.11.2014 Saarbrücken, Garage
22.11.2014 Marburg, KFZ
23.11.2014 Frankfurt, Das Bett
25.11.2014 Stuttgart, Keller Klub
26.11.2014 Wien, B72
27.11.2014 Innsbruck, Weekenders Club
28.11.2014 München, Backstage
29.11.2014 Weinheim, Café Central
30.11.2014 Berlin, Magnet Club
02.12.2014 Leipzig, Täubchenthal
03.12.2014 Dresden, Groove Station
04.12.2014 Fulda, Kulturkeller
05.12.2014 Bremen, Tower
06.12.2014 Osnabrück, Kleine Freiheit
07.12.2014 Dortmund, FZW

Homepage: alandegeneres.tumblr.com
Facebook: www.facebook.com/ahzumjot
Twitter: www.twitter.com/Ahzumjot

Text: Melvin Damian Klein