Über die saudi-arabische Metal-Szene ist hierzulande nur wenig bekannt. Eine Band aus jener Region ist Al-Namrood, die mit ihrem Vorgänger Astfhl Al Tha’r schon sehr viele gute Kritiken erhielt, es hierzulande noch nicht geschafft hat, über ihren Undergroundstatus hinauszukommen, auch wenn die Band daheim bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Ob die Band nun mit Estorat Taghoot den großen Sprung schaffen wird, bleibt erstmal abzuwarten. Fakt ist aber, dass die Band auf ihrem zweiten Album schon eindrucksvoll zeigt, dass sie mehr Aufmerksamkeit verdient haben, als ihnen bislang zuteil wurde.

Die Mischung aus arabischer Folklore und Black Metal haben zwar schon Bands wie Meleshesh hervorgebracht, im Gegensatz zu jenen klingen Al-Namrood aber deutlich rauer und niederschmetternder. Ständig hat man das Gefühl, von durch Wüstendämonen hervorgebrachten Sandstürmen umgeben zu sein und zu Boden geschmettert zu werden, was besonders an den dichten Riffs liegt, die stark an orientalische Musik erinnern und kein Entkommen zulassen. Nur selten bekommt man eine Verschnaufpause in Form von ruhigeren instrumentalen Passagen, die dann schnell wieder in fiesem Geschepper enden.

Dass das Album noch richtig atmosphärisch wird, liegt vor allem an der guten Produktion, die zwar deutlich sauberer ist als der Vorgänger, aber niemals glatt wirkt, sondern schön dreckig und gleichzeitig so, dass die einzelnen Instrumente voll zur Geltung kommen. Erinnern tut das ganze an einen Pendant an jene skandinavischen Bands, die in ihrer Musik die eisige Kälte des Nordens widerspiegeln, wobei Al-Namrood ihren regionalen Gegebenheiten getreu natürlich nicht kalt und finster klingen, sondern satanisch und von der Wüstensonne gebraten. Ein eindrucksvolles Album also, das hoffentlich nicht das letzte der Band sein wird.

MySpace: www.myspace.com/alnamrood

Text: Tristan Osterfeld