Was weiß man eigentlich über Al-Namrood? Viel ist im Netz nicht über die Band aus Saudi-Arabien zu erfahren, was daran liegen mag, dass dies ein Gottestaat ist, in dem es an sich schon blasphemisch sein wird, Black Metal zu hören, geschweige denn ihn selbst zu spielen. Zudem hat sich die Band in Interviews mehrmals islam- und regierungskritisch geäußert, was die Beliebtheit im eigenen Land nicht gerade erhöht haben wird. Abgehalten hat es die Band jedoch nicht davon, mit Heen Yadhar Al Ghsaq ihr mittlerweile viertes Album zu veröffentlichen. Auf diesem wird der auf dem Vorgänger eingeschlagene Weg weiter fortgesetzt wird und so geht es wieder in Wüstenlandschaften von Beduinenzelten, Djinns und Sandstürmen.

Wiederum erklingt ein Grundgerüst aus Black und Death Metal, die mit arabischer Folklore durchmischt werden, wobei man diesmal musikalisch Einflüsse des Pagan Metals bemerkt. Häufiger werden die Riffs für folkige Passagen aufgebrochen, rituelle Passagen bekommen mehr Raum. Das Ergebnis ist ein häufig ritueller Einschlag, den man vom Vorgänger so nicht kannte.

Einzige Wermutstropfen sind der Drumcomputer und der – zumindest für europäische Ohren – mitunter seltsam wirkende Gesang. Aber das sollte einen nicht davon abhalten, dem Album Gehör zu schenken. Lohnen tut es sich allemal.

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Homepage: www.alnamrood.com
Facebook: www.facebook.com/alnamroodofficial

Text: Tristan Osterfeld