Die Eiswüsten des Nordens sind nicht gerade für ihre lebensfreundliche Umgebung für die menschliche Spezies bekannt. Aber dort, wo es wärmer ist, muss es nicht unbedingt besser sein: Die endlosen Sandwüsten, jedenfalls südlich des Mittelmeers, sind nicht weniger unwirtlich. Die raue und lebensfeindliche Art dieser Landstriche scheint aber ihren Reiz auszumachen, zumindest für Black Metal-Bands. Die eisigen Weiten haben bereits zahllose Bands behandelt, über die orientalischen Wüsten erzählen Al-Namrood aus Saudi-Arabien. Und wenn die Behauptung, das dritte Album wäre das kritischste, wahr sein sollte, dann haben sie mit diesem ein eindrucksvolles Werk geschaffen.

Dies liegt vor allem am schleppenden Klang, der nicht mehr so brachial wie auf dem Vorgänger Estorat Taghoot wirkt. Stattdessen wirkt das Album dadurch subtiler und künstlerischer. Vor allem verlässt man sich nicht mehr nur auf Synthies, die orientalische Instrumente imitieren, in den Gitarrenriffs sind diese auch häufig zu finden, wodurch das orientalische Flair zu keiner Zeit aufgesetzt wirkt. So als würde einem ein heißer Sandsturm direkt ins Gesicht wehen, der direkt aus der Hölle zu kommen scheint. Gleichzeitig geht man sehr abwechslungsreich an die Sache heran und innerhalb der Lieder wechseln sich brachiale Höhepunkte mit ruhigen und fast rituellen Momenten ab, die düster und morbide wirken.

Da die Produktion professionell wirkt, lässt das Album eigentlich keine Wünsche offen, außer dass es genug Leute gibt, die das Album auch angemessen zu würdigen wissen. Aufgrund der Eigenständigkeit und der Qualität der Musik hätten Al-Namrood es definitiv verdient, mehr Bekanntheit zu erlangen.

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Homepage: www.myspace.com/alnamrood

Text: Tristan Osterfeld