Na schön, die Besserwisser werden jetzt aus den Löchern kommen und zu Recht sagen, dass Jagged Little Pill gar nicht das Debüt der Kanadierin war, doch die ersten beiden Alben verschwanden zu Recht in der Versenkung. Aber mit Jagged Little Pill gelang ihr 1995 der ganz große Durchbruch. Jetzt erscheint das Album erneut in einigen Neuauflagen, die allesamt den Fan der Frau erfreuen werden. Natürlich wurde das Album remastered und diese Frische merkt man dem mit zwei Grammys als bestes Album des Jahres und als bestes Rockalbum ausgezeichneten Album in jeder einzelnen Sekunde dieses knapp einstündigen Meisterwerks auch an. Schon der Opener All I Really Want ist einer von zwölf ganz starken Songs für die Ewigkeit.

Man wird beim Hören von Jagged Little Pill wieder erinnert, wieviele starke Singles das Album hatte. You oughta know, Hand in my pocket, Ironic, You learn, Head over feet und All I really want trugen in höchstem Maße dazu bei, dass Morissette danach zu den erfolgreichsten Sängerinnen der kommenden Jahre avancierte.

Jetzt erscheinen auch, man möchte beinahe sagen „endlich“, die Demos und die sorgen zum Teil für Verwunderung, da man sich fragt, warum diese in der Mottenkiste verschwunden sind. Songs wie The bottom line oder King of Intimidation sind unbekannte Songs, die aber nicht weniger faszinierend sind als das Dutzend Songs, das es letztendlich auf das Album geschafft hat.

Wer ein bisschen tiefer in die Tasche greifen will, der kann sich auch die vier CDs starke Box mit einer Akustik-Version von Jagged Little Pill und einem Mitschnitt aus dem Londoner Subterranea vom 28. September 1995 enthält, wo sie mit ihrer Band Sexual Chocolate, in der unter anderem Bassist Chris Chaney (Jane’s Addiction) und Drummer Taylor Hawkins (Foo Fighters) mitspielten, einen vielumjubelten Auftritt abliefert.

Eins der wichtigsten Alben der 90er Jahre.

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Text: Dennis Kresse