„Gott“ ist wieder da. Und bevor wieder einige der Leser am Geisteszustand des Autors zweifeln: Alanis Morissette spielte „Gott“ in der hinreißenden Satire „Dogma“ des schwergewichtigen Regisseurs Kevin Smith. Ihr neues Album Havoc and Bright Lights erweckt den Eindruck, als sei sie nie weg gewesen, als lägen zwischen dem neuen Album und ihrem letzten Flavors of Entanglement keine lange Phase von vier Jahren, in der sich Alanis Morissette eher auf das Heiraten und Kinderkriegen konzentriert hat. Nun ist Alanis wieder da und wie sehr sie gefehlt hat, das merkt man schon in den ersten Sekunden des neuen Werks. Mit ihrer unvergleichlichen Stimme brilliert sie auf den nun vorliegenden elf Stücken.

Es beginnt gleich mit der ersten Singleauskopplung Guardian, die an die immensen Single-Erfolge wie Ironic oder You oughta know aus dem Hit-Album Jagged little pill erinnert. Mit einer ungemeinen Power und einem Text, in dem es um persönliche Freiheit geht, hält die Kanadierin gleich von Beginn an alle Zuhörer gefangen. Die Pause tat ihr hörbar gut und das merkt man Nummern wie Spiral oder Celebrity auch an. Ein reifes Album einer Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und nicht müde wird, zwischen all ihrer Spiritualität, auch mal eine kritische Stimme zu äußern.

Das tut gut und ist immer angebracht. Sie ist wieder da und ist unter all den anderen, deren Halbwertzeit eher kurz sein wird, eine feste Größe. Das beweist sie mit ihrem siebten Studio-Album wieder mal recht eindrucksvoll.

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Text: Dennis Kresse