Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, dass Les Voyages des L’âme erschien. Auf diesem wies Alcest nur noch wenige Stellen auf, die das Projekt dem Black Metal zuordnen ließen. Mit Shelter sind diese nun komplett verschwunden und man begibt sich komplett in den Shoegazing-Bereich. Auffällig hierbei ist jedoch, dass die Weiterentwicklung zum Vorgänger plausibel erscheint, so als hätte man viel zu kleine Schuhe abgestreift und sich etwas zugewandt, was deutlich größer wirkt als all das, was man vorher gemacht hat. War Les Voyages des L’âme noch verträumt, surreal und stellenweise auch düster, scheint Shelter in himmlischen Gefilden unterwegs zu sein, in denen so gut wie kein Schatten zu finden ist.

Denn selbst ruhigere Momente scheinen komplett von Licht durchflutet, die durch die dichten Gitarrenwände und die einzeln gespielten Saiten dargestellt werden. Der Gesang von Neige scheint sich diesmal fast nur im Hintergrund aufzuhalten und auf ätherische Weise die Musik zu durchbrechen und dabei zu wirken als würden ständig Choräle zu hören sein. Dabei bedient man sich auch sowohl im Weltmusikbereich (Wings) und nimmt auch mal Anleihen im Progressive Rock (Voix Sirenes), ohne das Gesamtbild zu stören, sondern alles plausibel zu einem Ganzen zusammen zu fügen, das erhaben, zerbrechlich und unsterblich zu sein scheint.

Und irgendwie erwischt man sich beim Hören auch ständig dabei, von seiner eigentlichen Tätigkeit abgelenkt zu werden, nur um sich in dem Album zu verlieren und erst nach ein paar Minuten zu merken, was gerade mit einem passiert. Und damit erübrigt es sich eigentlich, mehr zu dem Album zu sagen, außer vielleicht, dass man meinen könnte, dass mit Shelter wahrscheinlich keine Steigerung mehr möglich zu sein scheint. Doch mag man das beim Vorgänger auch schon gedacht haben…

Weitere Artikel
Rezension: Alcest – Les Voyages des L’âme
Rezension: Alcest – Le Secret
Rezension: Alcest – Souvenirs d’un autre monde

Homepage: www.alcest-music.com
Facebook: www.facebook.com/pages/Alcest/11977084417
Twitter: www.twitter.com/Alcestofficial

Text: Tristan Osterfeld