Alev – ein türkisches Wort, ist nicht nur der Bandname der hier besprochenen Formation, sondern bedeutet auf Deutsch gleichermaßen auch soviel wie „Flamme”. Und das repräsentiert gut, was die Gruppe auf ihrem selbstbetitelten Album bietet: Energiegeladener Rocksound mit Tendenzen hin zu Alternative Metal. Englischsprachige Rockmusik aus Deutschland mit Frontfrau. Das klingt ausgelutscht und von vielen Bands bereits in dieser oder ähnlicher Weise reproduziert, ist aber mitunter auch immer wieder für Überraschungen gut. Das beweist die Münchner Formation Alev auf ihrem selbstbetitelten Album eindeutig, denn dies klingt nach alles anderem als ausgelatschten Pfaden.

Dabei sind Alev längst keine Newcomer mehr: Mit We Live In Paradise erschien Ende 2004 ihr Debüt-Album und brachte hervorragende Kritiken, es folgte eine Berufung in die Jägermeister Rockliga, selbst TV-Sender wie Sat.1 und RTL berichteten über die Band und in der Türkei machte man gar Co-Headliner für Slayer. Nach einigen Umbesetzungen meldet die Band sich nun wieder zurück und man hört ihr an, dass Erfahrung dahinter steht. Druckvolle Gitarrenriffs treffen auf Frauengesang, der einiges an Power bietet, dennoch aber das Gefühl nicht auf der Strecke lässt. Das Schlagzeug peitscht nach vorne, es entsteht eindrucksvolle Musik im Großraum Alternative Rock. Allerdings, so muss man sagen, bietet dieser in Sachen Härte deutlich mehr als manche Kollegen in diesem Genre. Dennoch wurde genug auf Melodiösität geachtet.

Im Großen und Ganzen haben Alev mit ihrem selbstbetitelten Album wirklich gute Arbeit abgeliefert, bei der zu hoffen bleibt, dass die Hörerschaft dies zu würdigen weiß. Wem die Guano Apes schon immer zu gewöhnlich waren und Die Happy dann doch zu poppig sind, der wird mit Alev seine wahre Freude haben. Elf Titel lang spielen sie ihre Musik und lassen Schwachstellen dabei außen vor. Allerdings liegt genau in der Länge der Schwachpunkt der CD: Die elf Titel bringen es insgesamt nur auf gute 37 Minuten, wovon ein Titel ein Remix ist. Dies ist eigentlich schade, denn trotz der nicht vorhandenen Schwachstellen wäre hier sicher mehr drin gewesen. Musikalisch-qualitativ aber muss an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden – dort steht das Album in diesem Genre ganz weit oben!

Homepage: www.alevmusic.com
MySpace: www.myspace.com/alevmusic

Text: Marius Meyer