Wenn Menschen einer Leidenschaft fast ihr ganzes Leben lang nachgehen, ist das wirklich eine schöne Sache. So macht Bernd-Michael Land, der Mann der hinter Aliens Project steht. schon seit den späten 60ern Musik, fasziniert von den damals neuartigen Synthesizern. Diese Leidenschaft ist wohl bis heute nicht abgeklungen und seitdem erfreut man die Hörerschaft auch in unregelmäßigen Abständen mit neuen Alben. Das neueste Werk hört auf den Namen Zero Gravity und wie schon der Vorgänger Behind the blue Room geht es in Richtung fremder Welten irgendwo im Weltall, die in den schillerndsten Farben gehalten sind und auf denen man auch hin und wieder auf deren seltsame Bewohner stößt.

Wenn man wissen will, wie das Ganze in etwa klingt, dann muss man sich vorstellen, jemand hätte versucht den Film Heavy Metal aus dem Jahre 1981 in ein Album zu packen. Dementsprechend überzeichnet und abstrus sind stellenweise die Klänge. Dazu muss aber gesagt werden, dass die meisten Stücke aus so vielen elektronischen Klängen bestehen, dass ein durchaus komplexes Soundgebilde entsteht. Abwechslungsreich sind die neunzehn Stücke ebenfalls, wobei es neben „Space Ambient“ noch Krautrock-Passagen (Time Goes By) oder IDM (Ghosthouse) zu hören gibt.

Dabei könnte ein sehr schöner musikalischer Fluss entstehen, würden die Lieder nicht sehr abrupt ineinander übergehen, wodurch man immer mal wieder aus der Gesamtstimmung rausgerissen wird. Das wäre bestimmt durch sanftere Übergänge möglich gewesen. Vor allem fällt dies auf, da viele Lieder sehr stark unterscheiden und ein roter Faden auf dem Album nicht erkennbar ist, weswegen die Vielseitigkeit auch an manchen Stellen in Beliebigkeit umkippt.

Wie man das Album nun abschließend bewerten soll, fällt daher schwer: Zero Gravity hat viele Stärken, allerdings auch einige Schwächen. Letztendlich ist jenen, die mit Ambient allgemein oder Ant-Zen-Veröffentlichungen etwas anfangen können, empfohlen rein zu hören. Bereuen wird man es garantiert nicht.

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Rezension: Aliens Project – Behind The Blue Room

Homepage: www.aliens-project.de
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Text: Tristan Osterfeld